Barbara Yelin, eine international bekannte deutsche Comicerzählerin, hat mit ihrem neuesten Werk „Die Giehse“ eine biografische Graphic Novel über die beeindruckende Schauspielerin Therese Giehse veröffentlicht. Anlässlich des 50. Todestages von Giehse erscheint der Comic, der im Auftrag der Münchner Kammerspiele entstanden ist, in einer Auflage von 11.000 Exemplaren und bietet mit seinen 31 Seiten einen fundierten Einblick in das Leben der Künstlerin.
Der Comic kostet 5 Euro und kann sowohl an der Tageskasse der Münchner Kammerspiele als auch im Webshop des Theaters erworben werden. In „Die Giehse“ beleuchtet Yelin die Einsamkeit und den Werdegang Giehses, die 1898 als Therese Gift in München geboren wurde. Giehse, eine jüdische Schauspielerin, kämpfte jahrzehntelang gegen die gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit und erlebte eine Karriere, die sie von ihrer Jugend in München über die Flucht in die Schweiz bis hin zu Theatererfolgen in West- und Ostdeutschland führte.
Biografie und Karriere von Therese Giehse
Therese Giehse ist als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie, das vierte Kind von insgesamt sechs, in München aufgewachsen. Ihre Kindheit war geprägt von Schwierigkeiten, die sie in ihren Erinnerungen beschreibt. Giehse war zwischen 1926 und 1933 an den Münchner Kammerspielen engagiert. In dieser Zeit erlangte sie besondere Verdienste und glänzte in Rollen in bedeutenden Stücken, darunter „Biberpelz“ und „Dreigroschenoper“. Ein herausragender Moment in ihrer Karriere war die Uraufführung von Brechts „Mutter Courage“ im Jahr 1941, wo sie die Titelrolle spielte.
Der Comic gibt nicht nur einen Überblick über ihre Theaterkarriere, sondern thematisiert auch persönliche Aspekte ihres Lebens. So thematisiert er beispielsweise ihre Heiratsentscheidung im Jahr 1936 im Schweizer Exil, um einen britischen Pass zu erhalten, und die Namensänderung von „Gift“ zu „Giehse“ im Jahr 1920 bei ihrem ersten Bühnenengagement. Yelin nutzt in ihrem Werk authentische Zitate aus biografischer Literatur, um Giehses Wesen und ihre Herausforderungen besser darzustellen.
Illustration und Stil
Barbara Yelin verwendet einen einzigartigen Illustrationsstil, der sich durch Ansätze von Pastellfarben, blassen Tönen und einer expressionistischen Farbkraft auszeichnet. Diese Techniken verleihen dem Comic eine emotionale Tiefe und machen Giehses Lebensgeschichte noch greifbarer. Yelin hat zuvor bereits mit erfolgreichen Werken wie „Irmina“ und „Channa Maron“ auf sich aufmerksam gemacht, und „Die Giehse“ zeigt erneut ihre Fähigkeit, komplexe historische Inhalte in ansprechendes Grafikformat zu packen.
Der Comic wird am 8. März 2025, dem internationalen feministischen Kampftag, im Rahmen einer „Gala für Giehse“ offiziell präsentiert. Diese Veranstaltung soll nicht nur Giehses Lebenswerk würdigen, sondern auch auf die Herausforderungen von Frauen in der Kunst aufmerksam machen. Therese Giehse war eine entscheidende Figur, die sowohl in der politischen als auch in der künstlerischen Landschaft ihrer Zeit Spuren hinterließ.
Die Rezeption von „Die Giehse“ ist bereits jetzt positiv. Der nicht nur informativ, sondern auch ästhetisch ansprechende Comic ist ein Beispiel dafür, wie Graphic Novels historische Persönlichkeiten und deren Lebensgeschichten auf eindrucksvolle Weise vermitteln können. Der Artikel auf Culture Bomb hebt hervor, dass Geschichte in Comics sowohl als Kulisse als auch als Ausgangspunkt für Fiktion genutzt werden kann, was auch in Yelins Werk offenkundig umgesetzt wird.
Für Fans von Therese Giehse und Liebhaber von Graphic Novels markiert „Die Giehse“ eine wertvolle Ergänzung ihres literarischen Kanons. Yelins Fähigkeit, Geschichte mit kreativem Ausdruck zu verbinden, sichert ihrer Arbeit einen Platz im Gedächtnis der Kulturgeschichte und der feministischen Bewegung.