Franziska Preuß hat beim Massenstart-Rennen in Ruhpolding am 19. Januar 2025 den zweiten Platz belegt. Die Athletin meisterte die 12,5 Kilometer lange Strecke trotz eines Rückschlags, als sie nach einer Strafrunde vorübergehend auf den zehnten Rang fiel. Mit einer starken Leistung und zwei fehlerfreien Stehendschießen kämpfte sie sich jedoch zurück und sicherte sich einen Platz auf dem Podest. Der Sieg ging an die Schwedin Elvira Öberg, die das Rennen fehlerfrei am Schießstand absolvierte und dabei eine Zeit von 33:00,5 Minuten erzielte.

Preuß musste sich in dem entscheidenden Sprint um Rang zwei gegen die fehlerfreie Französin Jeanne Richard durchsetzen, die Dritte wurde. Selina Grotian, die zweite deutsche Starterin, hatte einige Schwierigkeiten und fiel nach einem Schießfehler auf Rang 24 zurück, konnte sich jedoch auf den zwölften Platz verbessern. Grotian hatte im Ziel einen Rückstand von 1:01,1 Minuten auf die Siegerin Öberg.

Gesamtweltcup-Führung

Mit ihrem zweiten Platz verteidigte Preuß nicht nur ihre Position im Rennen, sondern baute auch ihre Gesamtführung im Weltcup weiter aus. Sie hat in dieser Saison bereits acht Podestplatzierungen erreicht und führt nun mit einem Vorsprung von 142 Punkten auf die Verfolgerin Lou Jeanmonnot, die in Ruhpolding den neunten Platz belegte. Die mentale Stärke, welche die Sportlerinnen und Sportler im Biathlon benötigen, spielt eine entscheidende Rolle. Die Kombination aus Langlaufen und Schießen stellt hohe Anforderungen an die Psyche der Athleten, da sie sowohl körperliche Leistungen als auch mentale Kontrolle benötigen.

Bei den Männern konnte Tommaso Giacomel aus Italien seinen ersten Sieg feiern. Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, der sein Karriereende zum Saisonende angekündigt hat, belegte mit einem Rückstand von 11,4 Sekunden den dritten Platz. Justus Strelow war der beste deutsche Skijäger und landete auf dem siebten Rang, während Philipp Nawrath als Elfter ebenfalls unter den Top 15 abschloss.

Psychologische Herausforderungen im Biathlon

Biathlon ist nicht nur ein physischer Wettkampf, sondern erfordert auch ein hohes Maß an mentaler Stärke. Athleten müssen in der Lage sein, ihre optimale Spannung zu finden, um sowohl beim Schießen als auch beim Laufen ihre beste Leistung abzurufen. Im Schießen, wo der Fokus extrem eng ist, sind das Handling von Nervosität und Emotionen nach Fehlern entscheidend. Die Variationen in den psychologischen Anforderungen zwischen Langlaufen und Schießen werden oft unterschätzt. Bei den Langlaufphasen haben Sportler Zeit zur Selbstreflexion, während beim Schießen schnelle, automatisierte Abläufe entscheidend sind. Mentale Techniken wie Visualisierungsübungen sind daher unerlässlich, um mit dem Druck umzugehen und die Leistung zu optimieren.

Franziska Preuß hat in diesem Massenstart einmal mehr bewiesen, dass sie nicht nur sportlich, sondern auch mental stark ist. Ihre Fähigkeit, sich von Rückschlägen zu erholen und erfolgreich zu kämpfen, ist ein Beweis für ihren Einsatz und ihre Erfahrung im Biathlon.