Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident der CSU, hat in den letzten Tagen mit seiner Social-Media-Präsenz und insbesondere seinen Essens-Posts unter dem Hashtag #soederisst für Aufsehen gesorgt. Diese Posts erzielen regelmäßig hohe Aufrufzahlen und Reaktionen in sozialen Netzwerken, bringen jedoch auch Kritiker auf den Plan. Ein markantes Beispiel ist ein Video, in dem Söder einen Big Mac isst. Dieses Video erreichte über 100.000 Likes, doch die Reaktionen darauf sind gemischt. Viele werfen ihm vor, sich zu wenig um die Politik zu kümmern und vergleichen ihn mit Donald Trump, der ebenfalls Fast Food als Symbol für Bodenständigkeit nutzt.

Dern Sternekoch Christian Bau äußerte sich nun scharf gegen Söders Werbung für internationale Fast-Food-Ketten. Er wirft dem Ministerpräsidenten vor, die kulinarische Tradition Bayerns zu ignorieren und stattdessen einen „Tritt in die Magengrube einer ganzen Branche“ zu verteilen. Bau betont, dass Söder in einem Land mit großer gastronomischer Vielfalt regiert und forderte ihn auf, die besten gastronomischen Adressen in München zu besuchen.

Kritik an der populistischen Inszenierung

Bau kritisierte weiterhin die populistische Inszenierung Söders, die Parallelen zu einem Wahlkampf à la Trump aufweist. Unterstützung für global agierende Fast-Food-Unternehmen statt für die heimische Gastronomie sei inakzeptabel, insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen, mit denen die Gastronomie konfrontiert ist: steigende Kosten, Personalmangel und wirtschaftliche Unsicherheiten. Bau sprach sich für eine Zusammenarbeit mit Spitzenköchen aus, die die bayerische Kulinarik besser ins Licht rücken könnten, und nannte Namen wie Jan Hartwig und Benjamin Chmura.

Die Kritik an Söders Vorgehen erhält viel Zuspruch in sozialen Medien. Viele prominente Köche äußern Unverständnis über die Entscheidung, Fast Food als Teil der bayerischen Esskultur zu präsentieren. Auch in der aktuellen politischen Kommunikation zeigt sich, wie wichtig eine positive Wahrnehmung in sozialen Medien ist. Soziale Netzwerke bieten politischen und staatlichen Institutionen die Möglichkeit, direkt mit einem Massenpublikum in Kontakt zu treten, ohne auf journalistische Massenmedien angewiesen zu sein. Dieses hybride Mediensystem ermöglicht eine schnelle und direkte Kommunikation, die häufig auch von kritischen Stimmen begleitet wird.

Politische Kommunikation im digitalen Zeitalter

Die Nutzung von sozialen Medien hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Im Jahr 2022 gaben mehr Bürger an, Nachrichten hauptsächlich online zu verfolgen. Volksparteien wie die CDU/CSU und SPD kämpfen zunehmend darum, jüngere Wähler über digitale Kanäle zu erreichen. Dabei spielt Influencer-Marketing eine immer größere Rolle in der politischen Kommunikation.

Die Herausforderungen in der politischen Kommunikation sind vielfältig und betreffen Themen wie Datenschutz und soziale Polarisierung. Obwohl soziale Medien für eine schnellere Kommunikation sorgen, sind sie nicht allein verantwortlich für die gesellschaftlichen Spannungen, die in der heutigen Zeit zu beobachten sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Landschaft in Bayern und darüber hinaus weiterentwickeln wird, insbesondere im Hinblick auf die Reaktionen der Bürger und die Unterstützung der heimischen Gastronomie.