Die Causa Frauen-Skispringen bleibt ein heiß diskutiertes Thema in der Wintersportszene. Während die Männer bei Events in Innsbruck und Bischofshofen vor Zehntausenden jubelnder Fans feiern können, fristet das Frauen-Skispringen in Villach ein Schattendasein. Hier erreichen die Athletinnen maximal Weiten von 100 Metern, während der Andrang der Zuschauer mit lediglich 3.000 nicht einmal im Ansatz mit den 10.000 Fans bei den Männer-Qualifikationsflügen konkurrieren kann. Diese Diskrepanz verdeutlicht die anhaltenden Ungleichheiten im Österreichischen Skispringen, ein Problem, das die Dreifach-Weltmeisterin Katharina Schmid seit Jahren anprangert und der eine eigene Vierschanzentournee für Frauen fordert. Die Debatte um eine solche Tournee ist im Gange, mit dem Ziel, dass sie spätestens in der Saison 2026/27 stattfinden könnte, wie [nd-aktuell] berichtet.
Ein Lichtblick könnte die Premiere des Skisprung-Grand-Slams sein, die in allen vier Tournee-Orten (Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Bischofshofen) durchgeführt werden soll. Jedoch sind dafür einige Voraussetzungen zu erfüllen. Sportdirektor Horst Hüttel berichtete von einer Einigung zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV), dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und der FIS. Eine zentrale Bedingung ist die Errichtung einer Flutlicht-Anlage in Innsbruck, da dies die Übertragung des verlängerten Programms am Qualifikationstag ermöglichen würde. Die Bergisel-Schanze ist derzeit der einzig verbliebene Tournee-Bakken ohne Flutlicht, und bereits seit über einem Jahrzehnt laufen Diskussionen über dessen Installation. Eine Entscheidung hierzu wird Ende Januar 2025 erwartet.
Ungerechte Prämien und mangelnde Anerkennung
Die Prämien für die Athletinnen sind ein weiteres Thema, das die Gemüter erhitzt. Selina Freitag, die als Quali-Siegerin in Garmisch-Partenkirchen den ersten Platz belegte, erhielt für ihren Sieg Shampoo, Duschcreme sowie vier Handtücher. Dies wird von vielen, unter anderem von Stefan Kraft, als unzureichend empfunden. Er betont, dass Geduld notwendig sei, um die Finanzierung zu klären, da Geld nicht einfach verfügbar ist. Im Vergleich hierzu erhalten die männlichen Qualifikationssieger 3.000 Schweizer Franken (ca. 3.200 Euro) und der Gesamtsieger der Vierschanzentournee kann mit 100.000 Franken rechnen.
Rennleiter Sandro Pertile äußerte Unzufriedenheit mit der jetzigen Lage in Garmisch. Die Integration eines