Am 8. März 2025 fand in Rostock ein Demonstrationszug zum Weltfrauentag statt, an dem etwa 1500 Menschen teilnahmen. Unter dem Motto „Mäuse gegen Macker“ setzten sich die Teilnehmer für Gleichberechtigung und das Ende patriarchaler Strukturen in der Gesellschaft ein. Die Veranstaltung wurde vom Kollektiv 8. März Rostock organisiert und war parteipolitisch unabhängig, wobei ein Awareness-Team zur Verfügung stand, um ein sicheres Umfeld zu gewährleisten.

Die Teilnehmer der Demonstration äußerten ihre Sorgen über den Verlust erkämpfter Rechte. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zehn zentrale Forderungen formuliert. Dazu gehören unter anderem die Verbesserung der Aufarbeitung des medizinischen Sexismus, die Anerkennung von Sorgearbeit, die Schaffung gleicher Löhne sowie das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Ein besonders wichtiges Anliegen ist die Umsetzung des europäischen Sexualstrafrechts, das das Prinzip „Nur Ja, heißt Ja“ beinhaltet.

Vielfalt an Stimmen und Herausforderungen

Die Demonstration bot eine Plattform für Redebeiträge von verschiedenen Rostocker Vereinen und Initiativen. Zudem wurde eine gehörlose Person durch eine Dolmetscherin inklusive in die Veranstaltung eingebunden. Ein musikalisches Highlight stellte der Rostocker Klassenkampf-Chor „Roter Hering“ dar, der das Ereignis mit einem musikalischen Beitrag bereicherte.

Die Veranstaltung verlief jedoch nicht ohne Herausforderungen. So kam es zu Verzögerungen durch eine Geburtstagsfeier vor dem Rathaus und aggressive Reaktionen von Hansa-Fans nach einem Fußballspiel. Die Polizei musste eingreifen, um Übergriffe und Provokationen zu vermeiden. Trotz dieser Vorfälle endete die Demonstration friedlich.

Hintergründe und gesellschaftlicher Kontext

Die Diskussion um Gleichberechtigung und die Bekämpfung patriarchaler Strukturen ist nicht neu. Historisch gesehen wurde die Männlichkeitsdominanz in Religion, Philosophie und Naturwissenschaften von mächtigen Männern geprägt. Diese hegemonialen Normen führten dazu, dass Frauen aus Machtpositionen und Bildungseinrichtungen ausgeschlossen wurden, was einen Teufelskreis der Diskriminierung schuf. In Hochkulturen des Altertums stellten viele Denker, wie Aristoteles, Frauen als minderwertig dar, was bis heute nachwirkt. National Geographic erklärt, dass die patriarchale Matrix Frauen systematisch benachteiligt und ihre Ausbeutung erleichtert.

Feministische Ethik ist ein Ansatz, der sich intensiv mit Geschlechterrollen und der Frage nach Gleichberechtigung beschäftigt. Ihr Ziel ist es, bestehende Normen zu hinterfragen, Ungleichheiten zu überwinden und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Ein zentrales Anliegen ist es, Geschlechterstereotype abzubauen und gleiche Chancen für alle Geschlechter zu fördern. Das Wissen beschreibt, dass feministische Ethik eine essenzielle Rolle bei der kritischen Analyse von Geschlechteridentitäten und sozialen Normen spielt.

Trotz erkämpfter Fortschritte in den letzten Jahrhunderten, wie dem Zugang von Frauen zu Universitäten und dem Erlangen des Wahlrechts im frühen 20. Jahrhundert, kämpfen Frauen bis heute gegen Diskriminierung, ungleiche Bezahlung und eine Unterrepräsentation in Führungspositionen. Der Nordkurier hebt hervor, dass die Demonstration in Rostock ein wichtiges Zeichen im Kampf für Gleichberechtigung und gegen patriarchale Strukturen darstellt, die die Gesellschaft weiterhin prägen.