Am Montag, den 28. Januar 2025, ereignete sich in den Lechtaler Alpen, Tirol, ein schwerer Lawinenabgang, der zwei erfahrene Skitourengeher, einen 63-jährigen Mann und eine 62-jährige Frau, mit riss. Gegen 11:00 Uhr löste sich ein Schneebrett in etwa 2.000 Metern Höhe, während der Mann seine Skier anlegte und die Frau gerade ihre Ski anschnallen wollte. Beide Tourengeher wurden dabei rund 200 Meter talwärts mitgerissen, wobei der Mann vollständig verschüttet wurde.
Die Frau konnte sich selbst befreien und setzte sofort den Notruf ab. Sie wurde teilweise von der Lawine erfasst, war jedoch in der Lage, ihr Lawinenverschüttungsgerät zu nutzen, um ihren Begleiter zu orten. Nach etwa 15 Minuten gelang es ihr, den Mann auszugraben. Trotz seiner schweren Beinverletzung war er bei Bewusstsein. Beide Personen wurden anschließend ins Krankenhaus gebracht, wobei der Mann mit einem Hubschrauber ins Bezirkskrankenhaus Zams geflogen wurde. Auch die Frau wurde zur Behandlung aufgenommen
Schwierige Bedingungen und Lawinenwarnstufen
Die Rettungsaktion gestaltete sich aufgrund der schlechten Empfangsverhältnisse im Kaisertal als herausfordernd. Am Tag des Unglücks galt eine Lawinenwarnstufe von zwei, was eine mäßige Gefahr darstellte. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass die Bedingungen sich schnell ändern können. Am darauf folgenden Dienstag wurde die Lawinengefahr auf Stufe vier erhöht, was hohe Gefahr bedeutete. Grund dafür waren Neuschnee und starker Wind.
Zusätzlich warnten Fachleute vor der Möglichkeit spontaner und großer Lawinen, die bei schlechter Sicht schwer zu erkennen sind. Eine Kaltfront war angekündigt, die bis zu 50 Zentimeter Neuschnee im Gebirge bringen sollte. Solche Witterungsbedingungen erhöhen das Risiko von Lawinenabgängen erheblich, insbesondere in den alpinen Regionen.
Warnungen für Skitourengeher
Lawinenabgänge sind nicht nur in unpräparierten Gebieten, sondern auch in Skigebieten möglich. Dabei sind geschlossene Pisten nicht automatisch sicher vor Lawinen. Diese können sowohl nachts als auch tagsüber kontrolliert gesprengt werden, wodurch größere Pistenabschnitte gefährdet werden können. Für Skitourengeher ist es unerlässlich, alpine Gefahren eigenverantwortlich einzuschätzen, insbesondere bei Touren auf geschlossenen Pisten.
Um sich vor möglichen Lebensgefahren zu schützen, gehört zur obligatorischen Notfallausrüstung ein LVS-Gerät, eine Sonde und eine Schaufel. Nutzer müssen in der Lage sein, mit dieser Ausrüstung umzugehen. Informationen über den Pistenstatus sind in den jeweiligen Skigebieten erhältlich, was für die Planung von Aufstiegen in alpines Gelände entscheidend ist.
Die Ereignisse in Tirol verdeutlichen die Notwendigkeit von Vorsichtsmaßnahmen und die ständige Wachsamkeit, die bei der Ausübung von Skitouren im Hochgebirge geboten ist. Die Berichte über diesen dramatischen Vorfall verdeutlichen die Risiken und das Potenzial für lebensgefährliche Situationen im alpinen Umfeld.
Für weitere Details zu dem Vorfall besuchen Sie bitte die Berichte auf PNP, NOEN und Alpenverein.