Am Sonntagmorgen kam es am Bahnhof Siegburg zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein 15-jähriges Mädchen lebensgefährliche Verletzungen erlitt, als sie vor einer Zugkontrolle floh und von einer S-Bahn erfasst wurde. Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 5.45 Uhr, kurz bevor der ICE 618, welcher um 6.26 Uhr abfahren sollte, in den Bahnhof einfuhr. Laut Tag24 hatte der Zugbegleiter einen Notruf an die Bundespolizei gesendet, da das Mädchen sich den Kontrollen entziehen wollte.
Nach Angaben der Bundespolizei überquerte die 15-Jährige die Gleise, um der Kontrolle zu entkommen. Sie flüchtete über den Bahnsteig am Gleis 3 und versuchte, auf Gleis 2 zu gelangen, als sie von einer ausfahrenden S-Bahn, die in Richtung Hennef unterwegs war, erfasst wurde. Der Fahrer der S-Bahn setzte sofort eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht mehr verhindern.
Schwerste Verletzungen und Erste Hilfe
Die schwersten Kopfverletzungen des Mädchens erforderten umgehende ärztliche Hilfe. Die Bundespolizei war kurz nach dem Unfall am Ort des Geschehens und leitete die ersten Maßnahmen zur Versorgung der Verletzten ein. Um 6.33 Uhr trafen die Rettungskräfte ein, um die medizinische Versorgung zu übernehmen. Das Mädchen wurde zu einem Krankenhaus transportiert, wo sie umgehend behandelt wurde. Auch der S-Bahn-Fahrer benötigte medizinische Betreuung, bevor er von seinem Dienst abgelöst wurde.
Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 30 Fahrgäste in der S-Bahn. Einige von ihnen verließen den Zug, während andere, nach Aufhebung der Gleissperrung, ihre Reise fortsetzten. Die Gleise am Bahnhof Siegburg wurden aufgrund des Vorfalls gesperrt.
Ermittlungen und Sicherheitsaspekte
Die Ermittlungen zum Unfallhergang sind bislang noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse und der Entfernung war es nicht möglich, den genauen Ablauf des Vorfalls durch Videoaufzeichnungen eindeutig nachzuvollziehen, wie NW berichtet. Die zunehmend angespannte Sicherheitslage in öffentlichen Verkehrsmitteln wird zudem von Experten kritisch betrachtet. So bemängeln Verantwortliche wie Dirk Flege von Allianz pro Schiene, dass während die Gewalttaten im öffentlichen Verkehr tendenziell abnehmen, die Wahrnehmung der Sicherheit dennoch negativ geprägt ist.
Die Vorfälle in der Vergangenheit haben dazu geführt, dass Fahrgäste und Personal einer ständigen Unsicherheit ausgesetzt sind. Deshalb fordern repräsentative Institutionen und Gewerkschaften ein umfassenderes Sicherheitskonzept, um die Situation sowohl für Reisende als auch für die Beschäftigten im öffentlichen Verkehr zu verbessern. Experten fordern unter anderem die Einführung von Sicherheitspartnerschaften und die Erhöhung der Personalpräsenz, insbesondere in den frühen Morgenstunden, wie in ZLB thematisiert wird.