Christoph Freund, der seit dem 1. September 2023 als Sportdirektor des FC Bayern München tätig ist, sieht sich einem enormen Druck ausgesetzt, die hohen Erwartungen zu erfüllen, die an ihn gerichtet werden. Er kam nach München mit dem Ruf eines herausragenden Talente-Entdeckers, nachdem er bei RB Salzburg maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen hatte. Unter seiner Leitung gewannen die Salzburger jährlich die Liga und erreichten ein Europa-League-Halbfinale. Zu den Talenten, die Freund entdeckte und erfolgreich verkaufte, gehören Größen wie Erling Haaland, Sadio Mané und Dayot Upamecano, was bavarianfootballworks.com unterstreicht.
Bei Bayern jedoch konnte Freund bisher nicht überzeugen. Im Winter-Transferfenster verpflichtete er Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Eric Dier. Von diesen erfüllte lediglich Eric Dier die Erwartungen, während Boey und Zaragoza als Flops gelten. Boey, für 30 Millionen Euro verpflichtet, kämpfte mit Verletzungen und erfüllte nicht die Erwartungen, die an ihn geknüpft waren. Kritische Stimmen über sein technisches Niveau gab es bereits bei Galatasaray Istanbul, seinem vorherigen Verein, wo Teile der Mannschaft seine Fähigkeiten anzweifelten. Gerüchte besagen, dass Galatasaray möglicherweise ein Interesse hat, Boey zurückzuholen, möglicherweise per Leihe, wie op-online.de berichtet.
Integration und Herausforderungen
Bryan Zaragoza war unter Trainer Thomas Tuchel chancenlos und wurde an Osasuna verliehen, wo er sich einen Mittelfußbruch zuzog. Zaragoza äußerte, dass er Schwierigkeiten hatte, sich in einem neuen Land und in einer fremden Sprache zurechtzufinden. Dies wurde auch von Bayern-Legende Javi Martínez kritisiert, der die Vereinsführung für ihre mangelnde Unterstützung bei den Sprachbarrieren anprangerte. Gleichzeitig hat Michael Olise, ein Sommertransfer, positive Fortschritte gemacht, während Joao Palhinha sich keinen Stammplatz erarbeiten konnte und Hiroki Ito sich vor seinem ersten Pflichtspieleinsatz verletzte. Max Eberl, der seit März 2024 Sportvorstand ist, war bei einigen dieser Transfers involviert.
Die Herausforderungen, vor denen Freund steht, betreffen nicht nur die Spielertransfers, sondern auch das Scouting. Wie die 100fussball.de erläutert, spielt das Scouting eine entscheidende Rolle bei der Erkennung und Förderung neuer Talente. Die Beobachtung von Spielern hinsichtlich körperlicher Merkmale, Technik, taktischem Verständnis und mentaler Stärke, ist fundamental, um das Potenzial eines Spielers zu bewerten. Fußballvereine investieren zunehmend in Scouting-Abteilungen, um im globalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben.
Christoph Freund, der aus einer bescheidenen Spielerkarriere in der österreichischen Fußballpyramide stammt, hat sich als anpassungsfähig erwiesen und beschreibt sich selbst als integren sowie kompetenten Sportdirektor. Diese Qualitäten sind in der vergleichsweise anspruchsvollen Umgebung des FC Bayern von großer Bedeutung. Um die Entwicklung junger Spieler voranzubringen, verfolgt Freund eine Transferphilosophie, die sich auf Talente unter 22 Jahren konzentriert und deren Fähigkeiten optimal nutzt.
Die ersten Monate als Sportdirektor beim FC Bayern waren für Freund eine Herausforderung. Doch mit der richtigen Unterstützung und einem klaren Fokus auf Talente könnte er in Zukunft die Erwartungen erfüllen und den Club erfolgreich weiterentwickeln. In einer Zeit, in der der Druck für Erfolge hoch ist, wird die Leistungsfähigkeit von Freund entscheidend sein für die Zukunft des Vereins.