Der deutsche Film „September 5“ hat bei der diesjährigen Oscar-Verleihung keinen Preis für das beste Original-Drehbuch gewonnen. Der begehrte Oscar ging stattdessen an Sean Baker für seinen Film „Anora“, der sich mit dem Leben einer Sexarbeiterin in den USA beschäftigt und Elemente von Romanze, Gangster-Komödie sowie Sozialdrama kombiniert. Die Drehbuchautoren von „September 5“, Moritz Binder, Tim Fehlbaum und Co-Autor Alex David, hatten sich große Hoffnungen gemacht, doch die Auszeichnung blieb ihnen verwehrt. Inszeniert wurde der Film von dem Schweizer Regisseur Tim Fehlbaum.
„September 5“ erzählt die dramatische Geschichte eines US-amerikanischen Fernsehteams, das ursprünglich über die Olympischen Spiele 1972 berichten sollte. Doch die Journalisten verwandeln sich in Live-Reporter einer Geiselnahme, bei der elf Angehörige der israelischen Delegation von einem palästinensischen Terrorkommando gefangen genommen werden. Die düstere Kulisse der Olympischen Spiele wird durch die realen historischen Ereignisse verstärkt. Bei den Olympischen Spielen in München erlebten Zuschauer weltweit eine Tragödie, die sich bis heute in die Erinnerung eingeprägt hat. Die Ereignisse führten zum Tod von elf israelischen Sportlern und hinterließen tiefe Spuren.
Die Olympischen Spiele 1972 und ihre Folgen
Die Olympischen Spiele 1972 stehen nicht nur für sportliche Heldentaten, sondern auch für eine tragische Wende der Geschichte. Während das Basketballfinale zwischen den USA und der Sowjetunion aus sportlicher Sicht für Aufsehen sorgte, brachte die Geiselnahme im Rahmen der Spiele eine politische Dimension mit sich. Das US-Team, das bis dato ungeschlagen war und 63 Spiele mit 63 Siegen vorzuweisen hatte, musste sich im Finale gegen die sowjetische Mannschaft geschlagen geben. Diese gewann in einem umstrittenen Spiel mit 51:50, nachdem es zu Chaos bei der Zeitmessung gekommen war.
Die amerikanischen Spieler legen bis heute Protest gegen die Wertung ein und lehnen die Silbermedaille ab, was in einer Dokumentation vier Jahrzehnte später erneut bekräftigt wurde. Nur zehn der amerikanischen Spieler leben noch, während von den sowjetischen nur zwei überlebt haben. Auch Alexander Below, der Matchwinner für die Sowjetunion, starb früh mit nur 26 Jahren.
Filmische Aufarbeitung der Ereignisse
„September 5“ beleuchtet die Geschehnisse um die Geiselnahme und die damit verbundene Verantwortung der Medien. Die Herausforderung, die das ABC-Sports-Team zu bewältigen hatte, wird durch den Protagonisten Geoff, einen jungen Producer, verkörpert, der in der Live-Sendung schwierige Entscheidungen treffen muss. Der Film, der am 9. Januar 2025 in die Kinos kam, wird von hochkarätigen Produzenten wie Sean Penn und den Machern von Constantin Film unterstützt.
Die historische Dimension der Geschichte wird in einem Thriller-Genre umgesetzt, das mit einer Vielzahl an starbesetzten Schauspielern, darunter Peter Sarsgaard und Leonie Benesch, punkten kann. Die Förderung des Films kam unter anderem von FFF Bayern und HessenFilm, und die Dreharbeiten fanden sowohl in den Bavaria Studios als auch an Originalschauplätzen in München statt, um der Geschichte gerecht zu werden.
Die thematische Tiefe und die politische Brisanz des Werkes haben nicht nur in Deutschland, sondern auch international Beachtung gefunden und zeigen, wie Film als Medium dazu beitragen kann, historische Ereignisse zu reflektieren und zu diskutieren.