Im Freistaat Bayern nimmt das Abwassermonitoring eine zentrale Rolle im öffentlichen Gesundheitswesen ein. An verschiedenen Messstellen werden sowohl Influenza- als auch Corona- sowie Respiratorisches Synzytialvirus (RSV) getestet. Aktuelle Daten zeigen, dass die RSV-Erkrankungen einen signifikanten Anstieg verzeichnen. Gesundheitsministerin Judith Gerlach hebt die Effizienz dieses Monitorings hervor, das nicht nur einen Einblick in die aktuelle Infektionslage ermöglicht, sondern auch die Bevölkerung von etwa 29 Prozent abdeckt, da 21 Standorte im Einsatz sind. Laut Süddeutscher Zeitung gibt es bereits erste Anzeichen einer RSV-Welle, die in der dritten Kalenderwoche des Jahres 2025 begann.

In der vergangenen Woche wurden 292 RSV-Fälle an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übermittelt. seither erkrankten insgesamt 1.214 Menschen in Bayern an RSV seit Beginn der Saison akuter Atemwegserkrankungen im Oktober 2024. Dies ist besonders besorgniserregend, da viele RSV-Fälle unregistriert bleiben, weil nicht bei jeder Erkältung getestet wird.

Anstieg der Atemwegserkrankungen

Die Abwasseranalysen zeigen auch einen Anstieg der Influenza-Infektionen, während die Corona-Fälle im Vergleich zurückgehen. Die Auswertung der Abwasserproben erfolgt unter anderem durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Bayern investiert jährlich 1,8 Millionen Euro in dieses Monitoring-System.Die Gesundheitsministerin forderte zudem eine Fortführung der vollen Bundesfinanzierung für dieses System, nachdem es zu Kürzungen gekommen ist.

Zurückblickend auf die letzten zwei Winter zeigen die Daten, dass die RSV-Wellen deutlich früher und ausgeprägter waren als in den Vorjahren. Auch wenn derzeit keine abschließende Einschätzung des Verlaufs der aktuellen Welle möglich ist, legt der Anstieg der RSV-Aktivität nahe, dass Maßnahmen zur Eindämmung notwendig sind.

Erweiterung des Monitorings

In anderen Regionen, wie beispielsweise in Tirol, wurde das Abwassermonitoring ebenfalls als Frühwarnsystem implementiert. Dort werden 99 Prozent der Bevölkerung erfasst. Tirol hat entschieden, das Monitoring auf weitere Atemwegsinfektionen auszudehnen, darunter Influenza A, Influenza B und RSV. Für 2024 stellt das Land Tirol etwa 320.000 Euro für diese Anstrengungen bereit.Die Daten aus den Kläranlagen in Tirol helfen dabei, Infektionswellen frühzeitig zu erkennen und deren Verlauf zu analysieren. Dieses Modell könnte auch in Bayern als Vorbild dienen.

Die Ergebnisse der Abwasseruntersuchungen in Bayern sind online verfügbar und werden seit Monaten ausgewertet. Fachleute betonen die Wichtigkeit solcher Systeme, um schnell auf Ausbrüche reagieren zu können und um die Bevölkerung zu schützen.