Gordon Herbert, der 66-jährige Trainer des FC Bayern Basketball, steht am Vorabend der Euroleague-Playoffs vor einer entscheidenden Phase. Trotz des Drucks, den bevorstehenden Herausforderungen zu meistern, bleibt Herbert optimistisch. „Ich hoffe auf eine Cinderella-Story“, äußerte er sich kürzlich und erinnerte daran, wie er 2007-08 in Griechenland mit Aris ähnliche Stimmung erlebte. Bayern München hat derzeit eine Bilanz von 13-10 nach 23 Spielen in der 34-spieligen EuroLeague und belegt den fünften Platz. Damit befindet sich die Mannschaft in der Zone, die direkt zur Play-Off-Qualifikation führt, jedoch nur einen Sieg vom Ausschluss entfernt ist. Das Restprogramm erscheint machbar, was die Hoffnungen auf einen positiven Verlauf nährt.

Allerdings muss der Trainer ob der Verletzungen zweier Schlüsselspieler kreative Lösungen finden. Devin Booker, der zweitbeste Scorer des Teams, fällt mit einer Knieverletzung seit einem Monat aus, während Oscar da Silva, ebenfalls mit Knieproblemen, operiert wurde. Dies sind bedeutende Rückschläge, die Herbert zwingen, auf die Verfügbarkeit von Niels Giffey und Vladimir Lucic für die Position des Power Forwards zu setzen. In einem der letzten Spiele zeigte Danko Brankovic jedoch eine starke Leistung und erzielte 14 Punkte sowie 6 Rebounds beim 87:78-Sieg gegen die MLP Academics Heidelberg.

Coach mit Vision

Als erfolgreicher Trainer hat Gordon Herbert, ehemaliger Coach der deutschen Nationalmannschaft, in seiner Karriere viel erreicht. Kritiker merken an, dass eine Basketball-Saison lang und verletzungsanfällig ist, doch Herbert bleibt seiner Philosophie treu. Seine Strategie sieht eine kleine Rotation vor, die sich in entscheidenden Spielen bewährt hat. „Use eight, rotate seven, play six, trust five“, so lautet ein Glaubenssatz von Pat Riley, einer der legendärsten Trainer der NBA-Geschichte, der Herbert in seiner Arbeit inspiriert.

In seinem Buch „The Boys Gave Me My Life Back“, das im vergangenen Sommer erschienen ist, thematisiert Herbert auch persönliche Herausforderungen und betont die Relevanz von mentaler Gesundheit im Basketball. Diese Reflexionen sind Bestandteil seiner Trainingsphilosophie und entscheidend für den Geist seines Teams.

Strategische Bedeutung in der Euroleague

Der sportliche Wettbewerb in der Euroleague ist intensiv. Mit cleveren coachingstrategischen Entscheidungen können Trainer die Spielausgänge beeinflussen. Es ist eine Mischung aus Kunst und Wissenschaft, die darauf abzielt, die Schwächen des Gegners auszunutzen und die Stärken des eigenen Teams zu fördern. Analysen und Statistiken spielen dabei eine zentrale Rolle. Herbert nutzt diese modernen Ansätze, um nicht nur die Leistung seiner Spieler zu analysieren, sondern auch um geeignete Pläne für jedes bevorstehende Spiel zu entwickeln. Das Management von Spielgeschwindigkeit und -momentum ist ebenso wichtig, wie die Fähigkeit, sich in Echtzeit an die Dynamik des Spiels anzupassen.

Mit einer engagierten Führungsweise und einem klaren Spielkonzept bleibt Herbert ein entscheidender Faktor für den FC Bayern. Während die Euroleague-Playoffs näher rücken, wird sein Können als Coach sowie seine Fähigkeit, eine erfolgreiche Teamkultur zu fördern, auf die Probe gestellt.