Die MEC GmbH, besser bekannt als KessTech, hat Insolvenz im Eigenverwaltungsverfahren angemeldet. Das Amtsgericht Bamberg genehmigte den Antrag am 1. März 2025, was eine bedeutende Wendung für den Hersteller von Auspuffanlagen für Harley-Davidson darstellt. Das Unternehmen, das einst als Weltmarktführer galt, sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, die bis Ende 2024 ihren Höhepunkt erreichten, und nennt „Altlasten aus der Vergangenheit“ als Hauptgrund für die wirtschaftliche Schieflage, wie Ruhr24 berichtet.

Geschäftsführer Patric Schneider führt neben den Altlasten auch strategische Fehlentscheidungen, technische Herausforderungen und Lieferkettenprobleme als weitere Ursachen für die Insolvenz an. Diese Faktoren haben das Unternehmen, das seit Jahrzehnten auf elektronisch gesteuerte Klappenauspuffanlagen spezialisiert ist, erheblich belastet. Ziel der Eigenverwaltung ist es, die Finanzierungsstruktur durch gezielte Neuaufstellung zu stabilisieren und die Entschuldung voranzutreiben.

Strategische Pläne und Maßnahmen

Innerhalb des Insolvenzverfahrens plant KessTech eine umfassende Neuausrichtung, insbesondere im Bereich „Customizing Harley-Davidson“. Um den Betrieb während des Verfahrens aufrechtzuerhalten, sollen sowohl Produktion als auch Auslieferung sicher und zuverlässig weitergeführt werden. Bestehende Garantie- und Gewährleistungsansprüche für Kunden bleiben bestehen, was für das Unternehmen von großer Bedeutung ist, um Vertrauen zurückzugewinnen, wie T-Online feststellt.

Zusätzlich zu den internen Maßnahmen sucht das Unternehmen aktiv nach Fachkräften in der Produktion und Entwicklung, um die Belegschaft zu stärken. Jan Markus Plathner, der als Sachwalter des Insolvenzverfahrens eingesetzt wurde, zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich der Sanierung und hebt das Engagement der Geschäftsführung sowie der Mitarbeiter hervor. Die neue Eigentümerstruktur hat bereits hohe Investitionen getätigt und sieht Potenzial für die Marke, was eine positive Perspektive für die Zukunft bietet.

Marktentwicklung und Herausforderungen

Die schwierige wirtschaftliche Lage ist kein Einzelfall; Unternehmensinsolvenzen nehmen generell zu, was auf anhaltende wirtschaftliche Herausforderungen zurückzuführen ist. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Insolvenzantragspflicht seit dem Jahreswechsel 2023/2024 in vollem Umfang gilt. Dies erhöht die Notwendigkeit für Geschäftsleiter, regelmäßig zu prüfen, ob ihre Unternehmen insolvenzreif sind, um Haftungsrisiken zu vermeiden, wie auf Schultze-Braun erläutert wird.

Die häufigsten Ursachen für Insolvenzen sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung, die schnelle Maßnahmen zur Restrukturierung erfordern. Bei KessTech steht der Wiederaufbau des Vertrauens bei Händlern und Kunden im Fokus, um perspektivisch die Marktführerschaft im Zubehörmarkt für Harley-Davidson zurückzugewinnen. Eine schnelle und konsequente Handlungsweise wird als entscheidend angesehen, um erfolgreich aus dem Insolvenzverfahren hervorzugehen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.