In den Alpen kündigt sich der Frühling an. Besonders im Trentino, wo Bären aus ihrer Winterruhe erwachen, wird die Natur lebendiger. Am 12. März entdeckte eine Spaziergängerin in der Tiroler Gemeinde Ried einen Bären in etwa 70 Metern Entfernung. Obwohl der Bär die Frau bemerkte und sich sofort zurückzog, bleibt sein Auftritt ein Zeichen für die zunehmende Bärenpopulation in der Region. Die Tiroler Behörden vermuten, dass es sich um denselben Bären handelt, der Anfang März im Oberinntal gesichtet wurde. Die Wiederbelebung der Braunbärenpopulation in den Alpen, besonders durch Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprogramme, macht die Region zu einem Lebensraum für diese majestätischen Tiere, während sich die Begegnungen vermehren.

Die Gemeinde Ried hat angesichts der Bärensichtungen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Imker wurden gewarnt, ihre Bienenstöcke mit Elektrozaun zu sichern, um Konflikte zu vermeiden. Vor 19 Jahren machte der Problembär Bruno Schlagzeilen, als er vom Adamello-Massiv bis ins Oberinntal wanderte, bevor er in Bayern erschossen wurde, nachdem er Nutztiere gerissen hatte. Trotz der Bären, die hier aktiv sind, gab es bisher keine Angriffe auf Menschen in Tirol. Allerdings bleibt eine tragische Ausnahme in Erinnerung: Im Jahr 2023 verletzte eine Bärin namens Gaia einen Jogger im Nationalpark Adamello-Massiv, was erneut die Risiken solcher Begegnungen verdeutlicht.

Verhaltensregeln bei Bärenbegegnungen

In den Alpen sind Bärenbegegnungen zwar selten, können aber potenziell gefährlich sein. Daher ist es wichtig, sich an Verhaltensregeln zu halten. Spaziergänger sollten sich stets auf offiziellen Wanderwegen bewegen und laut sprechen, um die Tiere auf sich aufmerksam zu machen, anstatt sie zu überraschen. Laut tjv.at ist es entscheidend, keine Essensreste zurückzulassen und Bären nicht zu füttern, da diese dadurch lernen können, Menschen als Nahrungsquelle zu sehen. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn man ein Bärenjunge sieht, da die Mutter in der Nähe sein könnte und nicht zögert, sich zu verteidigen.

Begegnungen mit Bären erfordern Ruhe und Besonnenheit. Bei einer Sichtung sollte man auf keinen Fall weglaufen oder sich dem Tier nähern. Stattdessen sollte man ruhig bleiben und langsam zurückweichen. Vor allem Hunde müssen an die Leine genommen werden, um eine gefährliche Situation zu vermeiden; ein nicht angeleinter Hund könnte den Bären anlocken. In gefährlichen Momenten, wenn ein Bär zu nah kommt, ist es ratsam, sich flach auf den Boden zu legen, um das Tier nicht als Bedrohung wahrzunehmen. Bergtour Online hebt hervor, dass Bären in der Regel nicht angreifen, es sei denn, sie fühlen sich bedroht.

Die Bärenpopulation in den Alpen

Die Bärenpopulation in den Alpen ist auf einem aufsteigenden Trend. Diese außergewöhnlichen Tiere, insbesondere der Braunbär, sind durch Wiederansiedlungsprojekte und Schutzmaßnahmen zusammen mit der Ansiedlung von Bären aus Slowenien und Italien wieder in der Region präsent. In Tirol wurden im vergangenen Jahr fast ein Dutzend Bärenaufnahmen von Wildkameras dokumentiert, darunter auch ein Schafsriss, der durch DNA-Proben als bärisch bestätigt wurde.

Angesichts der zunehmenden Begegnungen ist es umfassend wichtig, das richtige Verhalten beim Wandern in Bärengebieten zu kennen und die eigenen Handlungen zu überdenken. Auch wenn die Chancen einer Begegnung gering sind, bieten die Präventionsmaßnahmen und das Wissen um die richtige Reaktion beim Wiederaufleben der Bärenpopulation in den Alpen eine zusätzliche Sicherheit für Wanderer und Spaziergänger.