Am 31. Dezember 2024 steht der Dry January vor der Tür, ein Monat, in dem viele Menschen freiwillig auf Alkohol verzichten, um ihren Alkoholkonsum zu reflektieren und möglicherweise zu reduzieren. Diese Initiativen gewinnen an Popularität, besonders angesichts der Auswirkungen von Alkohol auf das emotionale Steuerungssystem im Gehirn. Alkohol kann ein ernstzunehmendes Problem darstellen, das viele Menschen nicht sofort erkennen.
Der Ärztliche Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin in Mannheim, Prof. Dr. Falk Kiefer, betont, dass Verzicht auf Alkohol mehr erfordert als nur Abstinenz. Besonders für Menschen, die Alkohol zur Selbstmedikation genutzt haben, kann es herausfordernd sein, geeignete Alternativen zu finden. Zu diesen Alternativen zählt körperliche Aktivität, Musik, Entspannung und das Pflegen sozialer Kontakte, wie flz.de berichtet.
Herausforderungen der Alkoholabhängigkeit
Die Rehabilitation von alkoholabhängigen Patienten gestaltet sich oft komplex. Rückfälle sind im Rahmen einer Alkoholabhängigkeitsbehandlung nicht selten. Es gibt berechtigte Gründe, Rückfälle nicht als Katastrophe anzusehen, wie die Berichterstattung von Springer zeigt. Stattdessen sollte zunächst eruiert werden, wie es zu einem Rückfall gekommen ist und welche Unterstützung benötigt wird, um wieder nüchtern zu werden.
Die Therapieanpassung spielt eine zentrale Rolle nach einem Rückfall. Psychotherapeutische Interventionen sollten priorisiert werden, um den betroffenen Personen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Ein offenes Gespräch mit Angehörigen kann ebenfalls zur Verbesserung der Situation beitragen, indem es das Verständnis für die Abhängigkeit fördert. Zudem ist es wichtig, den Angehörigen Kommunikationsfertigkeiten zu vermitteln, die helfen, Rückfallrisiken zu bewältigen.
Ein weiterer Aspekt der Behandlung ist die Motivation zur Abstinenz. Therapeuten sollten die betroffenen Personen ermutigen, aktiv an ihrer Heilung mitzuwirken. Rückfallprävention, einschließlich des Trainings zur bewussten Bewältigung von Risikosituationen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Bekannte Diagnosekriterien für Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 beinhalten unter anderem, dass mindestens drei Kriterien in den letzten 12 Monaten vorgelegen haben müssen.
Zusammenfassend ist es entscheidend zu erkennen, dass Verzicht auf Alkohol kein einfacher Prozess ist, sondern zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. Dennoch zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass motivierte Patienten bei einer guten Therapieeinrichtung auch langfristig abstinent bleiben können.