Nach einer umstrittenen Niederlage gegen den FC Bayern München hat Alexandra Popp, Spielerin des VfL Wolfsburg, in einem Interview heftige Kritik an der Schiedsrichterin Fabienne Michel geübt. Popp bemängelt nicht nur die Entscheidungen der Schiedsrichterin, sondern auch deren Erklärungen zu bestimmten Spielsituationen. Besonders verärgert zeigte sich Popp über eine Gelbe Karte, die sie für eine Grätsche erhielt, während ähnliche Aktionen von Bayern-Spielerinnen unbestraft blieben. So nannte sie das Beispiel der Bayern-Verteidigerin Carolin Simon, die ihrer Meinung nach ebenfalls eine Verwarnung hätte erhalten müssen. Ein nicht geahndetes Einsteigen von Klara Bühl gegen Popp verstärkt zusätzlich ihren Unmut, wie tz.de berichtet.

Popp konstatiert, dass in den letzten Jahren eine positive Entwicklung bei den Schiedsrichterinnen wahrzunehmen sei. Dennoch sieht sie weiterhin Verbesserungsbedarf und kritisiert, dass oft das Verständnis für die Spielsituationen fehlt. Zudem merken viele Spielerinnen, dass ohne den Einsatz des Videobeweises Fehler der Schiedsrichterinnen nicht korrigiert werden können. In der Winterpause der Saison 2023/2024 hatte Ralf Kellermann, Direktor von Wolfsburg, den Vorschlag gemacht, auch männliche Schiedsrichter für Frauen-Spiele einzusetzen. Dieser Vorschlag wurde allerdings bislang nicht umgesetzt, wohl aber die Einführung von vier männlichen Assistenten in den Schiedsrichter-Kader.

Öffentliche Debatte über Schiedsrichterinnen

In der Frauen-Bundesliga entbrannte eine breite Diskussion über die Qualität der Schiedsrichterinnen. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann äußerte sich zur Kritik, die auf Schiedsrichterinnen lastet, und betonte die Notwendigkeit von Respekt und Wertschätzung. Osman Cankaya, sportlicher Leiter bei den Clubfrauen des 1. FC Nürnberg, bemängelte in einer Pressemitteilung „qualitative Missstände und strukturelle Defizite“. Diese Einschätzung findet Unterstützung bei zahlreichen Klubvertretern.

Gleichzeitig lehnt Zimmermann den Vorschlag ab, männliche Schiedsrichter für Frauen-Spiele einzusetzen, und verweist darauf, dass die Leistung nicht vom Geschlecht abhänge. Die Beziehungen zwischen dem DFB und den Vereinen scheinen sich jedoch zu verschlechtern. So wurde bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland keine deutsche Hauptschiedsrichterin nominiert; Katrin Rafalski war lediglich als Assistentin eingesetzt.

Entwicklungen im Frauenfußball

Eintracht Frankfurt hat seine Unzufriedenheit mit dem Entwicklungsstand des Frauenfußballs geäußert. Währenddessen verteidigt Christine Baitinger, die sportliche Leiterin der Schiedsrichterinnen, die Qualität der Schiedsrichterinnen. Kritik kommt auch von Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch, die für einen konstruktiven Dialog über das Thema plädiert. Diese Diskussion ist besonders relevant, da die Bedenken bestehen, dass Nationalspielerinnen die Bundesliga verlassen könnten – vor allem aufgrund der besseren Vermarktung der englischen Women’s Super League. Einige führende Vereine prüfen sogar, die Frauen-Bundesliga in eine eigenständige Gesellschaft mit finanziellen Partnern zu überführen, um die Attraktivität des Wettbewerbs zu steigern.

Quellen

Referenz 1
www.tz.de
Referenz 3
www.zdf.de
Quellen gesamt
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