In Deutschland sind die Herausforderungen der Bauwirtschaft 2025 alarmierend. Die drohende Baukrise wird besonders deutlich, da der Wohnungsneubau weiterhin hinter den notwendigen Anforderungen zurückbleibt. Laut Focus warnt Bernd Hertweck, der Vorstandsvorsitzende von Wüstenrot, dass zu wenig Wohnungen gebaut werden. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen, doch tatsächlich wurden im Jahr 2022 nur 300.000 und 2023 nur 200.000 Einheiten fertiggestellt.
Der Bauwirtschaft kommt eine tragende Rolle in der deutschen Volkswirtschaft zu, da der Sektor rund sechs Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Ohne die Bauindustrie könnte die wirtschaftliche Gesamtleistung um etwa zehn Prozent zurückgehen. Trotz dieser Bedeutung stagnieren die inflationsbereinigten Investitionen in die Infrastruktur seit 2016. Experten warnen, dass Deutschland bis 2030 etwa ein Prozent des Wirtschaftswachstums verlieren könnte, wenn die Investitionen in den Bau nicht erheblich angehoben werden.
Aktuelle Entwicklungen und Prognosen
Die Baubranche befindet sich laut Squarevest auch im Jahr 2025 in einer angespannten Lage. Viele Immobilienentwickler und Bauunternehmen sehen sich mit insolvenzbedingten Herausforderungen konfrontiert. Der Anstieg der Zinsen hat zahlreiche Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Zwischen 2021 und 2024 stiegen die Baukosten um rund 30 Prozent, und für 2025 wird ein Rückgang der Bruttowertschöpfung um 1,4 Prozent prognostiziert.
Die Fachkräftesituation verschärft sich zunehmend. Im Baugewerbe wird für 2025 ein Rückgang der Beschäftigtenzahl um ein Prozent auf etwa 910.000 Mitarbeiter erwartet. Der Fachkräftemangel wird durch demografische Veränderungen und ein sinkendes Interesse an Bauberufen noch verstärkt. Zudem haben hohe Preise, wirtschaftliche Unsicherheiten und regulatorische Hürden negative Auswirkungen auf die Bauwirtschaft.
Die Situation auf dem Wohnungsmarkt
Die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen bleibt besorgniserregend niedrig. 2024 wurden lediglich 250.000 Wohnungen erbaut, während eine Steigerung auf 400.000 als politisches Ziel verfolgt wurde. Für 2025 wird ein weiterer Rückgang auf 200.000 erwartet. Öffentliche Infrastrukturprojekte leiden unter einem Investitionsstau von rund 166 Milliarden Euro. Eine unzureichende Unterstützung für junge Familien und der kritisierte 14-Punkte-Plan des Wohnungsgipfels 2023 können die Situation kaum verbessern.
Der Investitionsbedarf in die Infrastruktur ist erheblich. Um die Bauwirtschaft bis 2030 tatsächlich anzukurbeln, müsste Deutschland jährlich über 100 Milliarden Euro investieren. Auch die Kohärenz der Baustellenplanung und die Bereitstellung geeigneter Flächen sind entscheidend, um die Produktivität zu steigern und die Baukosten zu senken.
Ein Blick auf die Bauindustrie zeigt, dass die Geschäftslage im Bauhauptgewerbe im Dezember 2024 ebenfalls belastet war, wobei die Stimmung mit minus 14 Punkten und die Geschäftserwartungen mit minus 37 Punkten quantifiziert werden. Die Baugenehmigungen verzeichneten einen Rückgang von 10,2 Prozent zwischen Januar und November 2024, was die angespannte Lage weiter verdeutlicht.
Die bauenpolitischen Herausforderungen sind klar. Es liegt nun an der Politik, Prioritäten zu setzen und die nötigen Schritte zu unternehmen, um die Bauwirtschaft zu stabilisieren und die Baukrise zu überwinden. Andernfalls steht Deutschland vor erheblichen wirtschaftlichen Einbußen und einem weiteren Verzug bei der Schaffung von Wohnraum.