In Baienfurt sorgt eine aktuelle Schicksalsgeschichte für große Betroffenheit. Eine örtliche Frau hat plötzlich schwer erkrankt und leidet an aggressiver Leukämie. Seit etwa zwei Wochen wird sie nun in der Universitätsklinik in Ulm behandelt. Bürgermeister Günter A. Binder äußerte sich besorgt über die ernste Lage und betont, dass die gesamte Gemeinde hinter der Erkrankten steht.
Um ihr und anderen Leukämie-Patienten zu helfen, plant die Gemeindeverwaltung eine Typisierungsaktion im Rahmen eines Benefiz-Fußballturniers. Diese Aktion wird in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz organisiert. Bei der Typisierung wird Freiwilligen ein Wattestäbchen in den Mund gesteckt, um Speichel zur Bestimmung genetischer Gewebemerkmale zu gewinnen. Diese Merkmale müssen bei einer Stammzellenspende übereinstimmen, um Betroffenen helfen zu können.
Benefiz-Turnier zur Unterstützung
Das Benefiz-Turnier mit dem Titel „Fußball für ein besseres Leben“ findet am 25. Januar von 9:30 bis 19 Uhr in der Neuen Sporthalle Baienfurt statt. Während des Turniers treten 20 Hobby-Mannschaften gegeneinander an. Die Typisierungsaktion wird im gleichen Zeitraum von 10:30 bis 14 Uhr durchgeführt. Roland Tagliaferri, der das Turnier seit 36 Jahren organisiert, hat in dieser Zeit bereits 266.000 Euro für regionale Projekte gesammelt. Die Aktion ist eine Möglichkeit, sowohl Geld für die Krebsforschung zu sammeln als auch potenzielle Stammzellspender zu gewinnen.
Die Dringlichkeit dieser Aktion wird durch die alarmierenden Statistiken zur Leukämie untermauert: Jährlich erkranken etwa 13.500 Menschen in Deutschland an dieser blutbildenden Krebserkrankung. Bei unzureichender Chemotherapie oder Bestrahlung kann die Transplantation von Stammzellen eines nicht verwandten Spenders oft die einzige Überlebenschance darstellen. Nur durch die Typisierung können potenzielle Spender rechtzeitig identifiziert werden.
Die Rolle der Typisierung und Spende
Die genauen Verfahren zur Stammzellenspende sind klar geregelt. Die Typisierung ist schmerzfrei und für alle gesunden Menschen ab 18 Jahren möglich; Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich mit Einwilligung ihrer Sorgeberechtigten registrieren lassen. Um als Spender in die Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufgenommen zu werden, müssen die genetischen Gewebemerkmale übereinstimmen. Die DKMS hat bereits über 12,5 Millionen potenzielle Spender registriert und über 120.000 Stammzellspenden vermittelt.
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Stammzellenspende: die periphere Stammzellentnahme und die Knochenmarkentnahme. Letztere wird seltener verwendet, da die periphere Entnahme in der Regel unkomplizierter und weniger invasiv ist. Bei der peripheren Stammzellentnahme werden Stammzellen aus dem Blut gewonnen, während die Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose erfolgt.
Bei dieser ernsten Thematik steht die Gemeinde Baienfurt zusammen, um nicht nur das Leben einer Betroffenen zu sichern, sondern auch Bewusstsein für die Wichtigkeit der Stammzellenspende zu schaffen. Die Teilnehmer sind aufgerufen, sich an der Typisierungsaktion zu beteiligen und somit möglicherweise das Leben eines Menschen zu retten.
Für weitere Informationen zur Typisierung und wie man helfen kann, besuchen Sie bitte die Seiten der Schwäbischen Zeitung, der Stefan Morsch Stiftung und der DKMS.