Die Wintersaison 2025 hat in Baden-Württemberg gemischte Ergebnisse hervorgebracht. Insbesondere im Nordschwarzwald konnten viele Skiliftbetreiber dank künstlicher Beschneiung eine durchschnittliche Saison verzeichnen. Dennoch waren nur wenige Lifte in Betrieb, und der Klimawandel scheint auch hier seine Spuren zu hinterlassen. Auf der Schwäbischen Alb fiel die Bilanz unbefriedigend aus und die Betreiber wachten über eine deutlich verkürzte Saison.
Die Betreiber der Wintersportarena in Holzelfingen, im Kreis Reutlingen, zeigten sich jedoch zufrieden mit 20 von durchschnittlich 25 Schneetagen, die sie dank technischer Beschneiung verzeichnen konnten. In Genkingen konnten die Liftbetreiber durch zwei Wochen Rodelbetrieb und zwei Skiwochenenden ihre Unkosten decken. Im Gegensatz dazu meldete der WSV Albstadt-Tailfingen keinen Skibetrieb, weil die Schneemenge nicht ausreichte; in Albstadt fielen lediglich rund 15 Zentimeter Schnee.
Herausforderungen durch den Klimawandel
Liftwart Jürgen Estler äußerte seine Enttäuschung über die Saison, besonders angesichts des 100-jährigen Jubiläums des Vereins. Ernst Herrmann, ein Betreiber aus dem Nordschwarzwald, betonte, wie wichtig die Beschneiung für die allgemeine Saisonbilanz ist. So gab es am Seibelseckle in einem Jahr etwa 65 Skitage, was etwas unter dem Rekord von 120 Tagen liegt. Trotzdem wurden hohe Besucherzahlen verzeichnet.
In Unterstmatt ist man mit rund 50 Lifttagen zufrieden, merkt jedoch an, dass weniger Besucher als erwartet während der Faschingsferien kamen. Rainer Haberstroh vom Mehliskopf berichtete von 35 Skitagen und einem schwankenden Temperaturverlauf. Die Betreiber im Nordschwarzwald glauben weiterhin an die Zukunft des Wintersports, obwohl sie Klimaveränderungen wahrnehmen, die sich negativ auf die Schneesicherheit auswirken.
Der Einfluss künstlicher Beschneiung
Künstliche Beschneiung spielt eine bedeutende Rolle in der Debatte um den Wintersport, sowohl in Baden-Württemberg als auch in den Alpen. Laut Informationen von Marmota Maps ermöglicht sie, dass auch niedrig gelegene Hänge von Saisonbeginn bis -ende schneebedeckt bleiben. Mehr als 67 % der Pistenfläche in den Alpen wird künstlich beschneit. Diese Technik hat in den letzten Jahren stark zugenommen, aber sie ist auch teuer und erfordert erheblichen Wasser- und Energieverbrauch.
Um beispielsweise einen Hektar Pistenfläche mit 30 cm Schnee zu beschneien, werden etwa 20.000 Kilowattstunden Strom und 1.000 m³ Wasser benötigt. Künstlicher Schnee kann zwar in gewisser Weise die Pistenpflege erleichtern, jedoch hat er auch Auswirkungen auf den natürlichen Wasserkreislauf und kann gravierende ökologischen Folgen mit sich bringen, wie NABU berichtet.
Die Herausforderung für viele Skiregionen besteht darin, eine Balance zwischen den Anforderungen des Skitourismus, der Wirtschaft und dem Naturschutz zu finden. Während in einigen hochentwickelten Regionen, wie etwa Ischgl in Tirol, bereits klimaneutrale Ansätze verfolgt werden, kämpfen andere Gebiete weiterhin mit den grundlegenden Problemen des anhaltenden Klimawandels und der damit einhergehenden Verkürzung der Schneesaison.