Die Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl, die am Freitag am Klettgau-Gymnasium Tiengen stattfand, war ein zentrales Event für die knapp 200 Schüler der elften und zwölften Klasse. Darunter befanden sich auch viele Erstwähler. Sechs Kandidaten des Wahlkreises Waldshut und ein Vertreter des BSW waren anwesend und diskutierten mit den Jugendlichen über wichtige politische Themen, die die Wähler von morgen betreffen. Die Veranstaltung, organisiert vom Fachbereich Gemeinschaftskunde, wurde von der Schulleiterin Regina Goeres eröffnet, die die Schüler dazu ermutigte, kritisch zu informieren und ihre Meinungen zu äußern. Die Moderation übernahmen Anna Hirt und Jennifer Saß und die Diskussion dauerte etwa eineinhalb Stunden.
Unter den anwesenden Kandidaten waren Manfred Hentz (Südwest-BSW), Stephan Schneider (Freie Wähler), Nathalie Wagner (FDP), Felix Schreiner (CDU), Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Julian Besemann (Die Linke) und Domenic Gehrmann (Volt). Jan-Lukas Schmitt von den Grünen und Andrea Zürcher von der AfD waren nicht anwesend. Die Diskussionsinhalte umfassten den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), die Schuldenbremse, die NATO, die Wehrpflicht, die Migrationspolitik sowie Bildungs- und Klimafragen.
Wichtige Themen für junge Wähler
Die Schüler stellten Fragen, die ihre unmittelbaren Lebensumstände und die Zukunft betreffen. So wurden beim Thema Ausbau des ÖPNV häufig die Elektrifizierung der Hochrheinbahn, bessere Taktungen, günstige Preise und zuverlässige Züge angesprochen. Weiterhin äußerten die Schüler Bedenken zur Bezahlbarkeit von Mieten. Die Diskussionsteilnehmer brachten Vorschläge wie die Mietpreisbremse, die Erhöhung des BAföG und den Neubau von Sozialwohnungen ein.
Ein weiterer Punkte der Debatte war die Überarbeitung des Schulsystems, wo unterschiedliche Meinungen zur Mehrgliedrigkeit und zur sozialen Gleichheit geäußert wurden. Julius, ein Erstwähler, fand die Diskussion informativ und relevant für seine bevorstehende Wahlentscheidung. Auch seine Klassenkameradin Lena, die noch nicht wählen darf, schilderte die Debatte als interessant und aufschlussreich.
Engagement der Schulen für politische Bildung
Eine ähnliche Veranstaltung fand zuvor am 23. Januar 2025 an der Europaschule Herzogenrath statt. Dort hatten Schülerinnen und Schüler, insbesondere Erstwähler, die Gelegenheit, sich mit Politikern verschiedener Parteien zu unterhalten. Die Teilnehmer umfassten Vertreter der SPD, CDU, Grünen, FDP, BSW, AfD, Die Linke, Freie Wähler und Volt. Das Ziel der Veranstaltung war es, einen demokratischen Dialog zu fördern und den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich mit zentralen Themen der Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik auseinanderzusetzen.
Die U18-Bundestagswahl, die bereits seit 1996 vor offiziellen Wahlterminen stattfindet, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. So nahmen beispielsweise 262.000 Kinder und Jugendliche an der U18-Bundestagswahl 2021 teil, was einen Rekord darstellt. Laut bmfsfj.de hat dies im Vergleich zu 2017 einen Anstieg um 42.000 Stimmen bedeutet. Das Bundesjugendministerium fördert diese Wahlen, um die politische Partizipation unter Jugendlichen zu erhöhen, und setzt sich dafür ein, das aktive Wahlalter auf 16 Jahre zu senken.