Josef Sauter, ein 92-jähriger Zeitzeuge und aktives Mitglied des Mauritiuschores in Westhausen, feiert in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum: Seit 75 Jahren ist er Teil des Chorgesangs. Der selbst gewählte musikalische Lebensweg begann für ihn am 7. Februar 1950, als er, eingeladen von Pfarrer Carl Anton Schips, an seiner ersten Singstunde teilnahm. Die feierliche Jahreshauptversammlung würdigte Sauters Treue mit einem stimmungsvollen Besuch, einem speziellen Lied und einem Geschenkkorb. Pfarrer Matthias Reiner überreichte ihm zudem eine Urkunde, während die Vorsitzende des Chores, Annemarie Hoffmann, eine herzliche Laudatio in Reimform hielt, die alle Chorleiter, die Sauter in den letzten 75 Jahren erlebt hatte, erwähnte. Schwäbische Post berichtet, dass …

Sauter, dessen musikalische Entwicklung auch mit einer schönen, sicheren Bass-Stimme einhergeht, blickt einem weiteren Geburtstag entgegen: Im Mai wird er 93 Jahre alt. Trotz der Herausforderungen in seinem Leben, einschließlich der Flucht vor den Franzosen im Zweiten Weltkrieg und des Verlusts seiner Eltern, blieb er bis heute dem Gesang treu. Die Erinnerungen an den Bombenangriff in Tuttlingen 1945 und die damit verbundenen Tragödien prägten seine Kindheit, während er in Westhausen lebe, sporadisch die Schule besuchte und Freundschaften schloss.

Die Flucht und der Neuanfang

Josef Sauter wurde während des Krieges Kriegswaise, als sein Vater aus einem überfüllten Zug gestoßen wurde und starb. Er blieb mit seiner Mutter und Schwester in Westhausen und fand schließlich Halt in der Musik. Der Einfluss von Pfarrer Schips, der Gesangstalente in der Gemeinde entdeckte und förderte, war für Sauter von großer Bedeutung. Es waren nicht nur die Singstunden, die ihm Freude bereiteten; auch sein Engagement bei der Gesangvereinigung Concordia und in einem Männerquartett, das bis 2012 bestand, zeugen von seiner Leidenschaft.

Ein Leben lang war Sauter auch beruflich aktiv. Als Schreiner war er bis zu seinem Ruhestand in einem Betrieb tätig. Fast 50 Jahre lang war er mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Heute wird er von Michael Wigger zu den Singstunden gebracht und betont, dass ihm das Singen sehr gut tut. Schwäbische.de ergänzt, dass …

Die Bedeutung des Chorgesangs

Die Tradition des Chorgesangs hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wie im Sängermuseum in Feuchtwangen dokumentiert wird. Dort wird die emotionale Kraft des Gesangs hervorgehoben, die sowohl in Chören als auch bei Stadiongesängen zur Geltung kommt. Helma Kurz, die ehrenamtliche Leiterin des Sängermuseums, beschreibt die Begeisterung, die im Singen steckt, und erinnert daran, dass Chöre oft in kriegerischen Zeiten politische Botschaften transportierten. Deutschlandfunk Kultur erklärt, dass …

Josef Sauters Engagement und seine jahrzehntelange Treue zum Mauritiuschor verdeutlichen die kulturelle und soziale Bedeutung des Chorgesangs in der Gemeinschaft von Westhausen. Während er die Herausforderungen seines Lebens meistert, bietet ihm die Musik einen wertvollen Rückhalt und Anlass zur Freude. So bleibt das Singen für ihn nicht nur ein Hobby, sondern ein essenzieller Teil seines Daseins.