Das traditionsreiche Familienunternehmen ifm geht einen strategischen Schritt und sucht aktiv nach einem Investor als Partner. Laut Schwäbische plant das Unternehmen, etwa 20 Prozent seiner Anteile zu veräußern. Co-Vorstandschef Michael Marhofer bestätigt, dass der Prozess bereits seit einigen Monaten im Gange ist. Die Deutsche Bank hat das Mandat für die Investorensuche übernommen und das Verfahren befindet sich aktuell in der zweiten Runde.
Die Gesellschafter streben mit der Übernahme eines Minderheitsanteils einen gewissen finanziellen Rahmen aus der Bewertung des Unternehmens. Die Schätzung für diesen Anteil liegt zwischen 350 und 400 Millionen Euro, wobei die Eigner einen höheren Preis anstreben. ifm wird insgesamt mit einem Milliardenbetrag bewertet und hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren ein Börsengang vorzubereiten, ähnlich wie bei anderen großen Familienunternehmen.
Vorbereitung auf die Zukunft
Der Vorstand plant in etwa sieben Jahren in den Ruhestand zu gehen, weshalb die Vorbereitungen für eine mögliche Börsennotierung priorisiert werden. Ein Börsengang könnte in den nächsten fünf Jahren erfolgen. Wichtig ist, dass auch nach einem möglichen Börsengang die Mehrheit der Anteile weiterhin im Besitz der Familien Marhofer und Buck bleiben wird.
ifm, welches 1969 gegründet wurde, beschäftigt weltweit rund 9.000 Mitarbeiter, wovon etwa 3.500 am Hauptstandort in Tettnang am Bodensee tätig sind. Das Unternehmen hat sich auf Automatisierungslösungen spezialisiert und erzielte einen Jahresumsatz von etwa 1,5 Milliarden Euro. Trotz eines Umsatzrückgangs von knapp zwei Prozent im Jahr 2024 verzeichnete ifm in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres eine Umsatzsteigerung von fast neun Prozent. Für 2025 setzen die Verantwortlichen ein Ziel von über zehn Prozent Umsatzplus.
Das Image von Investoren im Wandel
Die Suche nach externen Investoren spiegelt einen Wandel wider, der in der Wahrnehmung von Private-Equity-Gesellschaften stattgefunden hat. Laut PwC sind viele Familienunternehmen mittlerweile offen für externe Beteiligungen, die längst nicht mehr als Bedrohung, sondern zunehmend als strategische Partnerschaften gesehen werden. Private-Equity-Gesellschaften bieten Kapital und wertvolle Expertise zur Förderung von Wachstum und Entwicklung.
Obwohl die Mehrheit der Familienunternehmen heute bereit ist, mit externen Investoren zusammenzuarbeiten, bleibt der Schlüssel zu erfolgreichen Partnerschaften oft die Klärung von Vorstellungen über Beteiligungen und Preise. Ein großes Interesse an Investitionen in agile Mittelstandsunternehmen ist dabei unverkennbar.
Mit dem Ziel, bis 2032 einen Umsatz von drei Milliarden Euro und bis 2050 rund zehn Milliarden Euro zu erreichen, steht ifm auf einem vielversprechenden Kurs. Die nächsten Schritte in Bezug auf den gesuchten Investor und einen möglichen Börsengang werden entscheidend sein für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens.