Die Initiative „Omas gegen Rechts“ in Worpswede steht aktuell im Fokus politischer Diskussionen. Die CDU hat Anfragen über die Finanzierung von Organisationen, die mit Bundesmitteln gefördert werden, eingereicht. Dazu zählt auch die Gruppe der Omas. Dörte Schnell, die Gründerin der Worpsweder Omas, erklärt, dass ihre Organisation als informelle Gruppierung agiert und nicht mit einem Dachverband verbunden ist. Die Mitglieder finanzieren die Kosten für Handzettel, Plakate und Banner größtenteils selbst. Lediglich projektgebundene Mittel über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ werden hin und wieder beantragt, um spezifische Initiativen zu unterstützen, was insbesondere in Buxtehude zum Einsatz kam.

Schnell sieht die Anfragen der CDU, insbesondere die von Friedrich Merz, als politischen Rachefeldzug an. Die Gruppe betont ihre überparteiliche Ausrichtung, obwohl einige Mitglieder aktiv in Parteien, unter anderem in der CDU, tätig sind. Um ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen, plant die Organisation eine spezielle Bank in Worpswede. Diese wird ein einzigartiges Design haben: Eine Seite ohne Sitzfläche, um das Motto stilistisch zu unterstreichen. Die Bank wird von der DeinWerk gGmbH aus Heinsberg gefertigt und kostet rund 1000 Euro, wofür die Gruppe auf Spenden angewiesen ist. Unterstützung kommt auch vom Bürgermeister von Worpswede.

Engagement ohne staatliche Mittel

Die „Omas gegen Rechts“ engagieren sich ehrenamtlich und erhalten keine Vergütung, da die Gemeinnützigkeit nicht anerkannt ist. Ihre Finanzierung erfolgt überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, wie die offizielle Website der Organisation mitteilt. Über 280 Regionalgruppen sind derzeit aktiv, viele von ihnen erhalten gezielte Projektförderungen, jedoch keine allgemeinen Fördertöpfe für ihre tägliche Arbeit. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat einigen dieser Gruppen Mittel im Rahmen des Programms „Demokratie leben“ zugesprochen.

Gegründet wurde die Initiative am 26. Februar 2019, nach ihrer Eintragung beim Amtsgericht Stuttgart im Januar 2020. Die Mitglieder setzen sich für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft ein. Sie stehen in der Tradition von zahlreichen Initiativen in Deutschland, die sich aktiv gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus einsetzen. In einem Land, das durch die Unantastbarkeit der Menschenwürde im Grundgesetz geprägt ist, sind solche Initiativen besonders wichtig, um demokratische Grundwerte zu verteidigen.

Die Zunahme von rassistischer Gewalt, wie etwa der rechtsextreme Anschlag in Hanau, hat die Notwendigkeit solcher Gruppen unterstrichen. Die Bundesregierung hat reagiert, indem sie Expertengruppen einrichtete und Aktionspläne gegen Rassismus aggiornierte. Immer wieder wird auf die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements hingewiesen, wie auch die initiativen „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ verdeutlicht.

In einem derart engagierten Umfeld ist die Arbeit der „Omas gegen Rechts“ von zentraler Bedeutung. Ihre Stimme, die aus der Lebensrealität einer älteren Generation kommt, ergänzt den öffentlichen Diskurs über Toleranz, Respekt und das Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft. Hierbei ist es entscheidend, dass die Gruppe unterstützt wird, um ihre wichtigen Projekte und Botschaften weiterhin verbreiten zu können.