Anna-Maria Wagner, die zweimalige Judo-Weltmeisterin, kündigte an, dass sie ihre Karriere 2025 beenden wird. Auf Instagram äußerte sie den Wunsch nach Veränderungen in ihrem Leben. In den letzten Jahren war die Athletin nicht nur sportlich aktiv, sondern kämpfte auch mit persönlichen Herausforderungen. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war sie als deutsche Fahnenträgerin präsent, gemeinsam mit dem Basketball-Star Dennis Schröder. In der Gewichtsklasse bis 78 kg verpasste sie jedoch eine Medaille, als sie im Kampf um Platz drei gegen die Chinesin Ma Zhenzhao verlor.
Wagner hat sich in ihrer Karriere einen Namen gemacht und ist insbesondere für ihren offenen Umgang mit psychischen Problemen bekannt. Nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio hatte sie mit Depressionen zu kämpfen, was sie kurzzeitig zum Nachdenken über ein Karriereende brachte. Trotz dieser Herausforderungen kehrt sie nun, nach mehreren Jahren in Köln, zurück an den Leistungsstützpunkt in Stuttgart und plant, in ihrer letzten Saison sowohl Kämpfe als auch neue Projekte anzukündigen. In der Bundesliga wird sie weiterhin für die TSG Backnang antreten.
Wagner als Vorreiterin im Sport
Wagner gilt als Vorbild für viele, da sie offen über ihre psychischen Probleme spricht. Dies ist besonders wichtig, da die mentale Gesundheit im Sport oft ein Tabuthema darstellt. Laut einem Bericht von Sportärztezeitung ist die Diskussion um mentale Gesundheitsprobleme im Leistungs- und Spitzensport noch nicht weit verbreitet. Viele Athleten identifizieren sich stark mit ihrem Sport, was zu Identitätskrisen führen kann, insbesondere bei langwierigen Verletzungen oder Misserfolgen. Die IOC-Kommission hat zahlreiche Stressoren identifiziert, die die Gesundheit von Athleten gefährden können, und Studien zeigen einen hohen Anteil von Athleten, die an Depressionen, Angststörungen und Essstörungen leiden.
Während der COVID-19-Pandemie berichteten viele Athleten von geringerer Motivation und mentalen Schwierigkeiten, was Wagners Erfahrungen unterstreicht. Durch ihre Offenheit hat sie das Bewusstsein für die Bedeutung der psychischen Gesundheit im Sport geschärft. Wagner erhielt während dieser herausfordernden Zeit Unterstützung von einem Sportpsychologen und setzte sich für eine bessere Aufklärung über mentale Gesundheit in der Sportgemeinschaft ein.
Erfolge auf der internationalen Bühne
Anna-Maria Wagner machte mit ihren Leistungen bei den Judo-Weltmeisterschaften 2021 in Budapest Schlagzeilen, als sie im Finale der 78-Kilo-Klasse die Französin Madeleine Malonga, die damalige Weltranglisten-Erste, besiegte. Dies machte sie zur ersten deutschen Weltmeisterin seit 28 Jahren. Wagner holte den Titel mit einem Uchi-mata im Golden Score und setzte damit ein Zeichen für den deutschen Judosport. Ihre Erfolge, kombiniert mit ihren persönlichen Herausforderungen, machen sie zu einer bemerkenswerten Figur im Sport.
Wagner plant nun den Abschluss ihrer Karriere und möchte diesen mit neuen Projekten und der weiterhin wichtigen Diskussion über mentale Gesundheit verbinden. Der Judo-Sport wird mit ihrem Abschied eine inspirierende Athletin verlieren, die nicht nur durch ihre sportlichen Leistungen, sondern auch durch ihr persönliches Engagement in Erinnerung bleiben wird.