Am 11. März 2025 wird in Konstanz ein Warnstreik stattfinden, der den öffentlichen Nahverkehr erheblich beeinträchtigen wird. Der Streik betrifft die Busse und Fähren der Stadtwerke Konstanz und beginnt am Dienstagmorgen um 3.45 Uhr. Bis zum Mittwochmorgen um 3.45 Uhr werden keine Busse im Liniennetz der Stadtwerke fahren, wodurch auch Schulbusse betroffen sind. Für die Fähre Konstanz-Meersburg beginnt der Streik um 4.35 Uhr und endet am 12. März um 5.05 Uhr. Mit zahlreichen Mitarbeitenden, die ihre Arbeit niederlegen, ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen, insbesondere zwischen Konstanz und Meersburg. Südkurier berichtet, dass ein Ersatzverkehr mit dem Fahrgastschiff „MS Stuttgart“ zwischen den BSB-Häfen Konstanz und Meersburg angeboten werden wird.
Die Hintergründe des Warnstreiks liegen in den laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft ver.di, die zu dem Streik aufruft, fordert unter anderem eine Lohnerhöhung von 8 Prozent, mindestens jedoch 350 Euro mehr pro Monat. Darüber hinaus geht es um höhere Zuschläge für belastende Tätigkeiten und eine Anhebung der Ausbildungslöhne um 200 Euro. Eine Demonstration der ver.di-Mitglieder wird am Tag des Streiks in Konstanz stattfinden, wobei der Auftakt um 8 Uhr in Petershausen und um 10 Uhr auf dem Benediktinerplatz geplant ist. Verdi hebt hervor, dass die Beschäftigten im ÖPNV unter erheblichem Druck stehen, mit steigenden Anforderungen und einem akuten Personalmangel kämpfen müssen.
Auswirkungen des Warnstreiks auf den Nahverkehr
Neben der Situation in Konstanz betrifft dieser Warnstreik auch den gesamten öffentlichen Nahverkehr in mehreren Bundesländern. Insgesamt sind über 50.000 Beschäftigte von kommunalen Bahn- und Busanbietern in Freizeitdienstleistungen betroffen. Vom Ruhrgebiet bis nach Stuttgart müssen Pendler mit Einschränkungen rechnen. Tagesschau berichtet, dass bereits am 21. Februar Warnstreiks in acht Bundesländern stattfanden, was die Notwendigkeit unterstreicht, dass die Arbeitgeber endlich ein akzeptables Angebot unterbreiten müssen.
Die wiederholten Streiks sind nicht nur Ausdruck der Unzufriedenheit mit den aktuellen Arbeitsbedingungen, sondern auch ein Aufruf nach einer grundlegenden Reform der Entlohnung im öffentlichen Dienst. Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende, erklärt, dass die Situation durch hohe Krankenstände und häufige Ausfälle von Bussen und Bahnen verschärft wird, während viele Mitarbeiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden. Daher ist ein Umdenken erforderlich, damit die Daseinsvorsorge im öffentlichen Nahverkehr auch tatsächlich langfristig gesichert werden kann.