Mit Wirkung zum 1. März 2024 wird Prof. Dr. Frédéric Marin die Professur für Bewegungswissenschaft in Prävention und Rehabilitation an der Technischen Universität Chemnitz (TUC) übernehmen. Die feierliche Übergabe der Berufungsurkunde fand heute in Anwesenheit des Rektors der TUC, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, statt. Marin bringt ein umfangreiches Fachwissen in der Bewegungswissenschaft mit, das er sich während seiner akademischen Laufbahn und seiner Forschung im Bereich der Biomechanik angeeignet hat.

Seine Ausbildung begann er an der École Nationale Supérieure des Arts et Métiers in Paris, gefolgt von einer Promotion im Jahr 1999, die sich mit der Biomechanik des Kniegelenks beschäftigte. Nach seiner Promotion war Marin zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Orthopädische Forschung und Biomechanik der Medizinischen Universität Ulm tätig. Es folgten verschiedene Positionen an der Technischen Universität Compiègne (UTC) in Frankreich, wo er unter anderem ein Exzellenzzentrum für Bewegungsanalysen gründete und die Habilitation zur kinematischen Analyse menschlicher Gelenke erlangte.

Forschungsschwerpunkte und Ziele

Seine Forschungsinteressen erstrecken sich über die Biomechanik der Bewegung, die als neuro-muskuloskelettaler Biomarker dient, bis hin zur Anwendung seiner Erkenntnisse in der Ergonomie und der Prävention von Berufserkrankungen sowie der Rehabilitation orthopädischer und geriatrischer Erkrankungen. Besonders hervorzuheben sind seine Pläne, an der TUC Bewegungsanalysen mithilfe künstlicher Intelligenz durchzuführen. Diese Analysen sollen insbesondere die motorischen Fähigkeiten von Parkinson-Patienten untersuchen und Bewegungspathologien bei Tieren, wie Pferden, präventiv bekämpfen.

Das Deutsche Zentrum für Orthopädie (DZO) wendet ebenfalls klassische Biomechanik an, um detaillierte Modelle der Muskel- und Gelenkfunktion zu entwickeln. Diese Modelle helfen dabei, die Auswirkungen von Kräften auf den menschlichen Körper zu simulieren und Fehlstellungen sowie Schwachstellen im Bewegungsapparat zu identifizieren. Erkenntnisse aus dieser Forschung sind entscheidend für die Therapieplanung und Rehabilitation nach Verletzungen. Besonderes Augenmerk liegt auf biomechanischen Untersuchungen von Implantaten und Endoprothesen, die in Tests auf ihre Ermüdungsfestigkeit und Verschleißresistenz analysiert werden.

Studienangebote und internationale Perspektiven

Angehende Studierende der Bewegungswissenschaft und Biomechanik können ihre Ausbildung an verschiedenen Universitäten fortsetzen oder erweitern. Die Universität Stuttgart bietet ein Masterprogramm in Bewegungswissenschaft und Biomechanik an, das durch internationale Kooperationen, beispielsweise im Rahmen des Erasmus+-Programms, ermöglicht wird. Hierzu gehören Partnerschaften mit Unis in Städten wie Strasbourg, Sevilla und Kalmar.

Ein Auslandsaufenthalt wird nicht nur empfohlen, sondern kann auch wertvolle interkulturelle Erfahrungen und berufliche Perspektiven eröffnen. Unterstützung erhalten Studierende zudem durch das Dezernat Internationales, welches bei der Planung und Anmeldung für einen Auslandsaufenthalt hilft.

Prof. Marin wird seine Leidenschaft für die Bewegungswissenschaft in seine Lehre einbringen und hoffen, dass er zahlreiche Studierende für die Themen Biomechanik und Bioengineering begeistern kann. Seine umfangreiche Erfahrung und innovative Ansätze werden sicherlich zur Weiterentwicklung des Fachbereichs an der TUC beitragen.

Für weitere Informationen über die Bewegungswissenschaften empfehle ich, die Artikel auf TU Chemnitz, DZO und Uni Stuttgart zu lesen.