In der Sportwelt wird aktuell über schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe im deutschen Turnen berichtet. Die Turnerinnen Tabea Alt und Michelle Timm haben am Bundesstützpunkt Stuttgart öffentlich auf „systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch“ hingewiesen. Kim Bui, die internationale Turnerin und Mitglied der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hat diese Athletinnen ermutigt und ihre Solidarität mit ihnen bekundet. Auf Instagram äußerte sie: „Ihr seid nicht allein. Wir stehen zusammen.“ Bui setzt sich dafür ein, den Turnsport zu einem respektvollen und wertschätzenden Ort zu machen.
Die Kritik wird durch die eigenen Erfahrungen von Kim Bui verstärkt, die in ihrem Buch „45 Sekunden“ ihre früheren Essstörungen thematisiert. Sie wurde nach ihrem Rücktritt im Jahr 2022 in die Athletenkommission des IOC gewählt und zeigt Respekt vor dem Mut ihrer ehemaligen Kolleginnen, ihre Geschichten zu teilen. Alt, die sich am Wochenende über die Missstände äußerte, betonte, dass ärztliche Vorgaben in ihrer Jugend „gezielt und bewusst“ missachtet wurden und die Gesundheit junger Turnerinnen aufs Spiel gesetzt wurde. Michelle Timm ergänzte, dass die Umstände am Kunstturnforum Stuttgart als „katastrophal“ bezeichnet werden können.
Untersuchungen und Sofortmaßnahmen
Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hat angekündigt, eine eingehende Untersuchung der Vorwürfe einzuleiten. Der DTB sowie der Schwäbische Turner-Bund (STB) bestätigten, dass konkrete Informationen zu möglichem Fehlverhalten von Trainern am Bundesstützpunkt Stuttgart vorliegen. Die angekündigte Untersuchung soll auch externe Unterstützung in Anspruch nehmen, um die Missstände umfassend aufzuklären. In ihrer Unterstützung für Alt und andere Turnerinnen hebt Bui hervor, dass echte Veränderung Zeit und Mut erfordere, und betont die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt unter Turnerinnen.
Für weitere Details zu den Vorwürfen und Reaktionen, lesen Sie mehr bei Radio Enneper Ruhr und Sport1.