Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte in kommunalen Krankenhäusern in Bremen und Niedersachsen für Donnerstag, den 6. März, zum Streik aufgerufen. Dieser Warnstreik betrifft auch das Osterholzer Kreiskrankenhaus. Verdi kündigte an, dass die Arbeitsniederlegungen zu deutlichen Einschränkungen führen werden, jedoch soll die Notfallversorgung sichergestellt sein. Laut dem Sprecher der Gewerkschaft sind die Forderungen das Ergebnis eines anhaltenden Tarifstreits mit Bund und Kommunen, während die Arbeitgeberseite entgegnet, dass die Forderungen der Gewerkschaft „überzogen und unverhältnismäßig“ seien, so Weser-Kurier.
Der Landkreis Osterholz, der das Kreiskrankenhaus betreibt, widerspricht den Angaben von Verdi und versichert, dass keine Beeinträchtigungen in der Patientenversorgung zu erwarten seien. Kreis-Sprecher Kai Ammermann ließ offen, wie diese Versorgung gesichert wird und wich zudem Fragen zu den Forderungen nach bezahlten Pausen bei Wechselschichtarbeit aus. Die Tariferhöhung des letzten Jahres um elf Prozent wird von den Arbeitgebern angeführt, um die derzeitige Situation zu rechtfertigen.
Umfassender Streikaufruf
Der bundesweite Warnstreik, zu dem Verdi aufgerufen hat, betrifft neben den Krankenhäusern auch Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste. Auslöser sind die gescheiterten Tarifverhandlungen, bei denen die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Februar kein Angebot vorlegten. Verdi fordert unter anderem Lohnerhöhungen von 8 Prozent oder mindestens monatlich 350 Euro mehr, höhere Zuschläge für belastende Arbeitszeiten und flexiblere Arbeitszeiten.
Insgesamt sind in Niedersachsen und Bremen 11 Kliniken von diesem Streik betroffen, mit ähnlichen Aufrufen in anderen Bundesländern, darunter beispielsweise 20 Kliniken in Baden-Württemberg. Während die Notfallversorgung in Bremen und Niedersachsen sichergestellt sein soll, könnten Operationen in anderen Regionen abgesagt werden. Vorangegangene Warnstreiks haben bereits zu Einschränkungen im Flugverkehr geführt, wie Tagesschau berichtet.
Schwierige Verhandlungssituation
Die aktuellen Tarifverhandlungen betreffen rund 2,3 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die ab dem 14. und 15. März 2025 in Potsdam fortgesetzt werden. Die Laufzeit des bestehenden Tarifvertrags endet am 31. Dezember 2024, was den Druck auf die Verhandlungen erhöht. Die finanziellen Bedingungen für die Kommunen sind angespannt, mit einer historischen Verschuldung von 160 Milliarden Euro. Diese Umstände machen die Verhandlungen besonders herausfordernd, wie die Öffentlicher-Dienst-News darlegt.
Die Herausforderungen im öffentlichen Dienst werden durch einen hohen Personalmangel und die damit verbundenen Belastungen für die Beschäftigten verstärkt. Verdi betont die Notwendigkeit politischer Lösungen für die Kliniken und fordert Zusatzleistungen wie drei zusätzliche freie Tage zur Entlastung. Diese Rahmenbedingungen und Forderungen werfen ein Licht auf die fortwährenden Spannungen im Bereich der öffentlichen Dienste.