Die Stechmückenjäger am Oberrhein bereiten sich auf die bevorstehende Saison in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen vor. Wie ZVW berichtet, wurde die Brutstättenkartierung über die Wintermonate aktualisiert und steht für die Einsätze im Gelände bereit. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da Stechmücken bedeutende Überträger von Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und West-Nil-Fieber sind, was die Bekämpfung zu einer gesundheitlichen Priorität macht.
Für die kommende Saison wird jedoch kein vorgezogener Start erwartet. Dies ist eine Abweichung im Vergleich zu 2024, wobei die kalten Phasen im Februar die Entwicklung der Sumpfwaldstechmückenlarven verzögert haben. Voraussichtlich werden die ersten Bekämpfungsmaßnahmen Mitte März gegen Bruch- und Sumpfwaldstechmücken beginnen, während die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke in den April fällt.
Technologische Unterstützung in der Bekämpfung
Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) aktualisiert laufend ihre App zur Erfassung bekämpfungsrelevanter Daten. Diese App ist ein praktisches Werkzeug, um die Bekämpfung zu optimieren. Kabs ist ein gemeinnütziger Verein, der mehrere Kommunen in der betroffenen Region vereint und für die Bekämpfung von Stechmücken sowohl am Boden als auch aus der Luft zuständig ist.
Aus einem Helikopter wird der biologische Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) verteilt, um die Larven effektiv zu bekämpfen. Der Einsatz von Bti ist besonders wichtig, da in den letzten Jahren ein Anstieg von durch Stechmücken übertragenen Fällen des West-Nil-Virus registriert wurde. Wie das Umweltbundesamt erläutert, sind Larvizide mit diesem Wirkstoff zugelassen und ihre Anwendung hat keine negativen Umweltauswirkungen verursacht, solange sie ordnungsgemäß eingesetzt werden.
Die Bedeutung der Bekämpfung
Das massenhafte Auftreten von Stechmücken beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität von Menschen und Tieren, sondern kann auch wirtschaftliche Schäden im Tourismussektor und in der Landwirtschaft verursachen. Die Bekämpfung invasive Arten wie der Asiatischen Tigermücke hat zusätzliche Dringlichkeit erhalten, da diese Viren übertragen können, jedoch bisher keine autochthonen Krankheitsfälle aufgetreten sind.
Die Bekämpfung von Stechmücken erfordert einen Interessensausgleich zwischen Naturschutz und der Eindämmung der Mückenplage. Dabei gilt es, biologische, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Auch prophylaktische Maßnahmen, wie die Entleerung von Wassersammelstätten, spielen eine wichtige Rolle, um die Fortpflanzung der Stechmücken einzudämmen.
Insgesamt stellt die Bekämpfung der Stechmücken eine komplexe Herausforderung dar, die innovative Ansätze sowie bewährte Methoden vereint. Die Fachkompetenz der Kabs und die Unterstützung durch digitale Technologien sind entscheidend, um im Kampf gegen diese lästigen und potenziell gefährlichen Insekten erfolgreich zu sein.
Das Engagement der Kommunalen Aktionsgemeinschaft wird dabei stets die Entwicklung der Situation im Auge behalten, um zeitnah zu reagieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.