Rheinmetall hat das Luftverteidigungssystem Oerlikon Skyranger 35 für die Bundeswehr vorgestellt. Dieses neue System wird als direkte Reaktion auf die Bedrohung durch Kamikaze-Drohnen im Ukraine-Krieg entwickelt. Der Skyranger 35 ist eine Weiterentwicklung des bereits existierenden Skyranger 30 und konzentriert sich auf eine 35-Millimeter-Revolverkanone, die gemeinsam mit integrierten Lenkflugkörpern und optional einem Hochenergielaser ausgestattet ist. Beide Systeme ermöglichen die Identifizierung und Verfolgung von Zielen durch Hochleistungskameras und bieten somit Unterstützung im Gefecht.
Der Skyranger 30 kann bis zu 1200 Schuss pro Minute abfeuern, während der Skyranger 35 eine Feuerrate von 1000 Schuss pro Minute erreicht. Ein PROGRAMMIERBARES AIRBURST-MUNITION erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit und macht das System besonders für herausfordernde Bedrohungsszenarien geeignet. Die Nutzung eines Active-Electronically-Scanned-Array-Radars verbessert zusätzlich die Zielverfolgung und Reaktionsfähigkeit. Ursprünglich sollten Radpanzer wie die GTK Boxer und Lynx als Plattformen dienen, nun wird auch der Leopard-1-Panzer für die Installation in Betracht gezogen.
Vertrag und Lieferungen
Im Februar 2024 beauftragte die Bundeswehr Rheinmetall mit der Lieferung von 18 Skyranger-30-Fahrzeugen im Gesamtwert von 595 Millionen Euro. Der Vertrag umfasst auch die Lieferung eines Prototyps, dessen Bereitstellung für Ende 2024 geplant ist. Zudem besteht die Möglichkeit zur Nachbestellung von 30 weiteren Flugabwehrsystemen. Die Integration des Skyranger 30 erfolgt im Rahmen des Projektes Nah- und Nächstbereichsschutz, das ebenfalls von Rheinmetall umgesetzt wird.
Die Systeme sind Teil der European Sky Shield Initiative, die von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, um die mobile Luftabwehr entscheidend zu verbessern. Durch diese Initiative wird eine erhebliche Fähigkeitslücke im Bereich Luftverteidigung adressiert. Mobiliarität, Schutz und Flexibilität stehen hier im Vordergrund, um den Anforderungen im modernen Gefecht gerecht zu werden.
Internationale Nachfrage und mögliche Erweiterungen
Das Interesse an den Skyranger-Systemen wächst international. Österreich hat bereits 36 Skyranger 30-Systeme bestellt, während Länder wie Litauen und Dänemark die Einführung des Systems prüfen. Auch Ungarn hat Rheinmetall mit der Entwicklung eines Skyranger 30-Turms für das Kettenfahrzeug Lynx KF41 beauftragt. Dies zeigt die zunehmende Bedeutung des Systems im europäischen Sicherheitsgefüge.
Außerdem wurde der Bundeswehr die Bestellung von 120 Lenkflugkörpern PAC-3 MSE für Patriot-Luftverteidigungssysteme in den USA genehmigt. Gleichzeitig plant die Bundeswehr, ihre Patriot-Batterien von neun auf 17 zu erhöhen, um die Luftverteidigungsfähigkeiten weiter zu stärken. Diese Maßnahmen harmonieren mit den Entwicklungen rund um den Skyranger und zeigen, wie ernst die Bedrohungslage genommen wird.
Zu den technischen Fähigkeiten gehören unter anderem die Verwendung von verschiedenen Lenkflugkörpern wie dem Stinger, dem Mistral oder speziellen C-UAS-Flugkörpern. Dies eröffnete ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten für die Systeme. Die erfolgreiche Test- und Schießkampagne des Skyranger 30 im Dezember 2023 in der Schweiz lieferte wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und Integration des Systems.
Für umfassendere Informationen können interessierte Leser auf die Webseite der Bundeswehr hier zugreifen, um weitere Details über die neuen Systeme und deren Einsatzmöglichkeiten zu erfahren. Die voranschreitende Entwicklung und internationale Nachfrage bestätigen die Relevanz der technologischen Fortschritte in der Luftabwehrtechnik.
Rheinmetall berichtet ebenfalls über die Fortschritte und die Pläne in Bezug auf die weiteren Lieferungen, die sowohl die Bundeswehr als auch andere EU- und NATO-Mitgliedsstaaten betreffen könnten. Die Entwicklungen rund um den Skyranger zeigen, wie wichtig moderne, mobile Luftabwehrsysteme in aktuellen und zukünftigen Konflikten sind.
Insgesamt ist die Technik der Luftverteidigung, mit einem besonderen Fokus auf Drohnenabwehrsysteme, aus der modernen militärischen Strategie nicht mehr wegzudenken. Diese neuen Systeme sind ein bedeutender Schritt hin zu sichereren und effizienteren Verteidigungsstrukturen für die Bundeswehr und ihre Partner.