Am 15. Februar 2025 erlebten Marius und Reinhard Kellermann einen bewegenden Moment auf der Schafskoppel in Kirchdorf. Die beiden Jäger retteten einen Hirsch, der sich in einem Weidenetz verfangen hatte. Der Hirsch war mit seinem Geweih im Zaun gefangen und hatte sich in ein 50 Meter langes, rund einen Meter hohes Hütenetz verwickelt.

Reinhard Kellermann beruhigte den durch die Situation gestressten Hirsch, indem er eine Wolldecke über ihn warf und ihn fachgerecht zu Boden brachte. Währenddessen schnitt Marius Kellermann die Kunstfaserseile des Netzes mit einem Seitenschneider durch und befreite ihn erfolgreich. Der Hirsch, Teil eines Rudels von etwa 30 Tieren, konnte unversehrt entlassen werden. Marius äußerte, dass er den Zaun hätte abbauen sollen, weil er gegenwärtig nicht benötigt wurde. Er betonte die Gefahren, die durch Unachtsamkeiten wie Zaunreste und andere Gegenstände für Wildtiere entstehen können.

Die Gefahren der Jagd

Die Rettungsaktion wird allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen, da sie gefährlich sein kann. Es wird geraten, im Notfall den örtlichen Jäger oder die Polizei zu kontaktieren. Diese Situation wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die mit der Jagd und dem Umgang mit Wildtieren verbunden sind. Laut der IG Wild beim Wild können Hobby-Jäger durch unzureichende Tötungsmethoden erhebliches Tierleid verursachen. Statistiken zeigen, dass in vielen Fällen Tiere nicht sofort getötet werden, was unnötiges Leiden zur Folge hat.

In der Schweiz werden jährlich rund 40.000 Rehe getötet, was leidvollen Erfahrungen für zahlreiche Tiere gleichkommt, da ungefähr 4.000 von ihnen nicht sofort sterben. Es wird gefordert, einen Nachweis über die Treffsicherheit von Hobby-Jägern zu erbringen. Des Weiteren wird von der Notwendigkeit von jährlichen Leistungstests und obligatorischen Fortbildungskursen gesprochen, um die Jagd tierschutzkonform zu gestalten.

Tierschutz und Jagdrecht

Die Diskussion über Jagd und Tierschutz ist besonders relevant, da die öffentliche Meinung sich zunehmend Richtung tierschutzgerechter Behandlung von Tieren bewegt. Naturschutzverbände und Behörden stehen unter Druck, Jagdaktivitäten strenger zu kontrollieren. Jagdgesetze in vielen Ländern sollen sicherstellen, dass die Jagd die Tierpopulationen nicht gefährdet und unnötiges Leiden vermeidet. Eine genaue Beobachtung und Durchsetzung dieser Vorschriften ist essenziell, um den Tierschutz zu gewährleisten.

Als verantwortungsbewusste Jäger sollten Marius und Reinhard Kellermann die lokalen Vorschriften kennen und respektieren. Ihr Einsatz verdeutlicht zudem die Wichtigkeit einer fachkundigen und ethischen Jagdausübung, die sowohl den menschlichen Bedürfnissen als auch den Erfordernissen des Naturschutzes gerecht wird. Diese Situation hebt die dringende Notwendigkeit hervor, den Umgang mit Wildtieren zu überdenken und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.