Die politische Landschaft in Syrien hat sich mit dem Inkrafttreten eines entscheidenden Abkommens zwischen den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und der neuen syrischen Übergangsregierung grundlegend verändert. Am 11. März 2025 verkündete das syrische Verteidigungsministerium das Ende des Militärs in den westlichen Landesteilen, während gleichzeitig die Integration der Kurden in die staatlichen Institutionen vorangetrieben wird. Dieses Abkommen, das von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und SDF-Oberkommandeur Maslum Abdi unterzeichnet wurde, zielt darauf ab, die Einheit des Landes zu fördern und die Stabilität in der von Konflikten geprägten Region zu sichern.

Im Rahmen des Abkommens geben die Kurden ihre Rolle als eigenständige militärische und administrative Macht auf. Zentrale Elemente sind die politische Teilhabe aller Syrer unabhängig von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit sowie die Anerkennung der kurdischen Gemeinschaft als vollwertige Bevölkerungsgruppe mit Staatsbürgerrechten. Die von den SDF kontrollierten Gebiete im Nordosten Syriens sollen zukünftig unter staatlicher Kontrolle stehen, einschließlich Schlüsselressourcen wie Öl- und Gasfeldern sowie wichtiger Infrastruktur wie Flughäfen und Grenzübergängen. Zudem beinhaltet die Vereinbarung eine sichere Rückkehr aller Vertriebene, die in den letzten Jahren vor den Konflikten geflohen sind.

Hintergrund der Einigung

Die Einigung kommt in einer Zeit, in der Syrien von einem gewaltsamen Umbruch geprägt ist. In den Küstengebieten kam es zuletzt zu einem Anstieg der Gewalt, der über 1.500 Menschenleben forderte, überwiegend unter Zivilisten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von „Massakern“, insbesondere gegen die Alawiten. Vor diesem Hintergrund sehen die neuen Machthaber den jüngsten Gewaltausbruch als einen Versuch der Assad-Loyalisten, einen weiteren Bürgerkrieg auszulösen, während das Abkommen als potenzieller Wendepunkt für die Entwicklungen in Syrien gilt. Dies zeigt, wie wichtig die Einigung für die Stabilität des Landes ist.

Die kurdische Führung hatte in den Wochen vor dem Abkommen intensive Verhandlungen mit den neuen Machthabern geführt. Während die SDF in der Vergangenheit als entscheidende Kraft im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gefeiert wurden, ist ihre zukünftige Rolle ungewiss, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Türkei die SDF als Terrororganisation betrachtet und diese gewaltsam bekämpft.

Die Rolle der SDF und internationale Implikationen

Der Nordosten Syriens, der überwiegend von den SDF kontrolliert wird, erlebt seit Jahren eine Phase der Selbstverwaltung unter dem Konzept des „demokratischen Konföderalismus“. Nach dem Rückzug der US-Truppen im Oktober 2019, der unter Kurden als Verrat wahrgenommen wurde, ist die Instabilität in der Region gestiegen, wodurch auch die Gefahr eines Wiederauflebens des IS gewachsen ist. Der anhaltende Konflikt mit der Türkei, die massive Zerstörungen und Vertreibungen in kurdischen Städten verursacht hat, sowie der Druck durch pro-türkische Milizen, die kurdische Gebieten besetzen, tragen zur Unsicherheit bei.

Die künftige Entwicklung in Syrien hängt stark davon ab, wie die neue politische Einigung zwischen der Übergangsregierung und den SDF verläuft. Während die neue Führung betont, eine Teilung des Landes abzulehnen, bleibt abzuwarten, wie die internationalen Akteure – insbesondere die USA und die Türkei – auf diese Veränderungen reagieren werden. Gespräche über eine Waffenruhe mit der Türkei sind in der Vergangenheit gescheitert, was die Lage weiter kompliziert.

Zusammenfassend kommt die aktuelle Einigung zu einem kritischen Zeitpunkt für Syrien und könnte als Schritt in Richtung Stabilität und Einheit des Landes interpretiert werden, während gleichzeitig die Herausforderungen durch anhaltende Konflikte und geopolitische Spannungen bestehen bleiben.

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