Am 18. März 2025 nimmt die eskalierte Gewalt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen erneut Fahrt auf. Israelische Luftangriffe, die nach einer zweimonatigen Waffenruhe wieder aufgenommen wurden, führen zu schweren Verlusten. Laut der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde sind über 400 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Minderjährige.
Die Rückkehr ziviler Einwohner in den Gazastreifen, die während der Waffenruhe zurückgekehrt waren, wird nun erneut durch die Bombardements unterbrochen. Israel hat zudem humanitäre Hilfslieferungen eingestellt sowie die letzte Stromleitung in den Gazastreifen gekappt. Dies geschieht im Zusammenhang mit der Weigerung der Hamas, Geiseln freizulassen.
Thema der Geiseln
Die israelischen Angriffe werden durch die unaufhörlichen Forderungen nach der Freilassung von Geiseln legitimiert. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte der Hamas ein Ultimatum gesetzt, was die Dynamik des Konflikts erheblich beeinflusst. Experten deuten jedoch darauf hin, dass es neben der Geiselproblematik auch politische Motive gibt, die zur Eskalation führen.
Rund 73 israelische Geiseln befinden sich noch in der Gewalt der Hamas, von denen Schätzungen zufolge höchstens 40 noch am Leben sind. Das Aussetzen der Geisel-Deals durch die Hamas wird von Analysten als Versuch gesehen, ihre Verhandlungsposition zu stärken. Während Israel militärische Maßnahmen ergreift, wird die humanitäre Lage im Gazastreifen als katastrophal beschrieben. Viele Zivilisten haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und leben unter extrem schwierigen Bedingungen.
Internationale Reaktionen und politische Überlegungen
Die internationale Kritik an den Luftangriffen wird lauter. Unter anderem äußern Frankreich, die Türkei und die UN Besorgnis über die Eskalation der Gewalt und die humanitären Folgen. Das ägyptische Geheimdienst hat die Hamas bereits zu neuen Waffenruhe-Gesprächen nach Kairo eingeladen.
Die Komplexität des Konflikts wird von der Tatsache verstärkt, dass Netanjahu nicht nur unter internationalem Druck steht, sondern auch von innenpolitischen Überlegungen geleitet wird. Kritiker werfen ihm vor, mit dem Leben von Geiseln und Soldaten zu spielen, während die rechtsextreme Partei Otzma Jehudit nach den Luftangriffen in die Koalition zurückkehrte.
US-amerikanische Einflussnahme
US-Präsident Donald Trump wird als wesentlicher Einflussfaktor in dieser Krise betrachtet und fordert eine schnelle Freilassung der Geiseln. Gleichzeitig wird seine Strategie als unklar und wenig durchdacht eingeschätzt. Trump hat bereits angedeutet, dass Konsequenzen für Jordanien und Ägypten folgen könnten, sollte dort kein Fortschritt erzielt werden.
Die Beziehungen zwischen Israel und einigen arabischen Staaten, wie Saudi-Arabien, sind durch Trumps aggressive Vorgehensweise und die Weigerung Israels, einen palästinensischen Staat zu akzeptieren, gefährdet. Langfristige Lösungen für den Konflikt scheinen in weiter Ferne zu liegen, während die humanitäre Krise im Gazastreifen sich weiter zuspitzt.