Die Justiz in Baden-Württemberg wird zunehmend attraktiver für Frauen. Anlässlich des „Internationalen Tags der Richterinnen“ am 10. März 2025 berichtet der SWR, dass die Justiz weiterhin nach neuen Richterinnen und Richtern sucht und ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet wird, Frauen für diesen Beruf zu gewinnen. Vor drei Jahren waren in Baden-Württemberg noch 23 Richterinnen- und Richterposten unbesetzt. Inzwischen hat sich die Situation verbessert, auch wenn die Arbeitsbelastung weiterhin hoch ist.

Laut dem baden-württembergischen Justizministerium sind mittlerweile fast alle Richterstellen besetzt. Frauen stellen nun 53 Prozent der Richterinnen und Staatsanwältinnen. Besondere Freude kommt auf, wenn man den Frauenanteil bei den Referendarinnen und Referendaren betrachtet, der bei 80 Prozent liegt. Catrin Waldhier, eine Richterin am Amtsgericht Heilbronn, hebt den Gerechtigkeitssinn im Berufsalltag hervor und betont die Wichtigkeit, Regelverstöße zu ahnden.

Flexibilität als Schlüssel

Obwohl die Personaldecke sich verbessert hat, bleibt die Arbeitslast hoch, insbesondere bei kleineren Verfahren. Solche Verfahren, wie zum Beispiel eine Verhandlung über ein Bußgeld von 40 Euro, nehmen überproportional viel Zeit in Anspruch, was wiederum zu Überstunden führt. Ein Grund für die hohe Frauenquote könnte die flexible Gestaltung der Arbeitsbedingungen in Baden-Württemberg sein. Richterinnen und Richter können ihre Termine selbst festlegen und sogar im Homeoffice arbeiten.

Im Gegensatz dazu haben Rechtsanwältinnen oft weniger Freiheit, da sie sich nach festgelegten Terminen richten müssen. Die Option für Teilzeitarbeit ist für alle Richterinnen und Richter gegeben, und die Rückkehr nach der Elternzeit wird als unkompliziert beworben. Diese Faktoren tragen sicherlich dazu bei, das Berufsbild für Frauen ansprechender zu gestalten.

Das große Ganze: Geschlechtergerechtigkeit in der Justiz

Die Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in der Justiz sind Teil einer breiteren Diskussion über Anerkennung und Gleichbehandlung von Frauen. Der Zugang zu Führungspositionen bleibt jedoch kritisch. Eine Studie von Academia thematisiert nicht nur die Geschlechtergerechtigkeit in der Justiz, sondern auch die Notwendigkeit feministischer Interventionen, die konventionelle Ansichten hinterfragen. Diese Ansichten bringen oft die Vorstellung mit sich, dass Frauen aufgrund biologischer Unterschiede anders behandelt werden sollten.

Die Berliner Erklärung von 2011 fordert eine gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen in Entscheidungsprozessen, auch in der Wirtschaft. Ergänzend wird auf die Herausforderungen hingewiesen, vor denen Frauen in Führungspositionen stehen, und der Bedarf an Wissen über die Komplexität der Geschlechterverhältnisse wächst.

Insgesamt zeigt sich, dass Frauen in der baden-württembergischen Justiz zwar auf Erfolgskurs sind, dennoch gibt es noch viel zu tun, um eine vollständige Gleichstellung und Anerkennung zu erreichen.

Quellen

Referenz 1
www.swr.de
Referenz 3
www.academia.edu
Quellen gesamt
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