Das für den Sommer 2025 geplante Stauferfestival in Schwäbisch Gmünd wurde abgesagt. Diese Entscheidung teilte Oberbürgermeister Richard Arnold in einem Schreiben an die Mitglieder des Staufersaga-Vereins mit. Hierbei lagen die Gründe für die Absage in einer angespannten finanziellen Lage der Stadt, die insbesondere durch die anhaltenden Kostensteigerungen und eine unzureichende Refinanzierung des Festivals bedingt sind. So wurde ein Defizit von mindestens 80.000 Euro prognostiziert, das sowohl die Markt- als auch die Theateraufführungen betrifft. Geplant waren eine Staufersaga, ein Staufer-Umzug sowie ein Mittelaltermarkt.
Bereits seit 2023 liefen die Vorbereitungen für das Festival, welches in knapp fünf Monaten hätte stattfinden sollen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die begrenzte Platzkapazität der Johanniskirche, die als Aufführungsort vorgesehen war. Laut Expertenmeinung hätte der Eintritt für den Markt zu einem Verlustgeschäft führen können, was letztlich die Entscheidung zur Absage beeinflusste. Darüber hinaus stehen in diesem Jahr keine Fördermittel von Bund oder Land zur Verfügung, und die Stadtkasse kann aufgrund erhöhter Kreisumlagen und geringerer Steuereinnahmen ebenfalls nicht unterstützen. Diese Situation wird als eine Herausforderung für die gesamte Kulturlandschaft wahrgenommen.
Verantwortung und mögliche Zukunftsaussichten
Richard Arnold betonte die Verantwortung, die der Verein in dieser Ausnahmesituation tragen muss. Markus Herrmann, Sprecher der Stadtverwaltung, lobte die frühzeitige Entscheidung, die dem Team des Festivals die Möglichkeit bietet, die Situation zu analysieren und möglicherweise für kommende Jahre eine Neuauflage zu planen. Ein genauer Zeitpunkt oder Plan für die Wiederholung des Festivals bleibt jedoch unklar.
Das Stauferfestival spielte nicht nur kulturell eine Rolle, sondern hätte auch als Wirtschaftsfaktor für die Region gewirkt, da Veranstaltungen dieser Art üblicherweise eine Vielzahl von sozialen Interaktionen und kulturellen Begegnungen fördern. Das zeigt auch die Relevanz von Festivals in der deutschen Kulturlandschaft, wie eine umfassende Studie zu Musikfestivals belegt. Solche Veranstaltungen dienen nicht nur der Identitätsfindung, sondern unterstützen dank ehrenamtlicher Arbeit auch gemeinnützige Zwecke und bieten Bildungsformate an, um die kulturelle Vielfalt zu stärken.
Die Absage des Stauferfestivals ist symptomatisch für die aktuellen Herausforderungen, mit denen viele kulturelle Veranstaltungen und Organisationen konfrontiert sind. Auch die bundesweite Studie zur Lage der Musikfestivals wird im Sommer 2025 Ergebnisse veröffentlichen, die weitere Einblicke in die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Bedeutung solcher Events geben sollen.
Das Stauferfestival könnte möglicherweise in einem der folgenden Jahre neu angesetzt werden. Die nächste Gelegenheit wird jedoch stark von der finanziellen Situation der Stadt und den verfügbaren Ressourcen abhängen. Informationen zur aktuellen Lage finden interessierte Bürger auf den Webseiten der lokalen Nachrichten Remszeitung und Gmünder Tagespost, während die Bundesstiftung LiveKultur einen Einblick in die allgemeine Festivallandschaft bietet.