Die evangelischen Kirchengemeinden Untergröningen und Obergröningen haben zu Beginn des Jahres 2025 einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft gemacht: Sie haben ihre Fusion vollzogen. Die neue gemeinsame Gemeinde wurde am Drei-Königstag mit einem festlichen Gottesdienst in der Christuskirche Untergröningen gefeiert. An diesem besonderen Tag blickten zahlreiche Gläubige aus beiden Gemeinden sowie Kirchengemeinderäte und Vertreter von Vereinen auf eine vielversprechende gemeinsame Zukunft.

Der Gottesdienst wurde von Pfarrerin Florentine Wolter und Klaus Anthes, dem stellvertretenden Dekan des Kirchenbezirks Schwäbisch-Hall-Gaildorf, gestaltet. Die anwesenden Gemeindemitglieder waren eingeladen, ihre Hoffnungen und Erwartungen für die Fusion in einem feierlichen Rahmen zum Ausdruck zu bringen. Ein Projektchor aus dem Liederkranz Untergröningen und dem MGV Obergröningen umrahmte die Veranstaltung mit gesanglichen Einlagen, wobei das Motto der Fusion „Alles in einen Topf“ lautete.

Hintergründe zur Fusion

Die Fusion der beiden Kirchengemeinden war nicht nur ein festlicher Anlass, sondern auch eine notwendige Maßnahme aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen und dem damit verbundenen Mangel an Pfarrern. Über die geplante Fusion und den Wechsel des Kirchenbezirks hatten bereits im Februar Gemeindeversammlungen stattgefunden, bei denen Pfarrerin Wolter die Beweggründe in einer Präsentation erläuterte. Beide Gemeinden gehören aktuell zum Kirchenbezirk Gaildorf, der zum 1. Januar 2025 mit Schwäbisch Hall fusioniert. Geplant ist ein Wechsel zum Dekanat Ostalb, das aus den Kirchenbezirken Aalen und Schwäbisch Gmünd entstehen soll.

Die neue Struktur zielt darauf ab, Doppelungen in der Sekretariats- und Finanzverwaltung zu vermeiden und die Attraktivität der Pfarrstelle zu steigern, die aufgrund des Pfarrplans 2030 auf 75 % reduziert werden soll. Dies hat in Untergröningen Unmut ausgelöst, da eine geringere Stellenanteil als unattraktiv wahrgenommen wurde.

Der Weg zur neuen Gemeinde

Die Fusion wird als Chance gesehen, neue Impulse zu setzen und die Herausforderungen der Dauerreform, die im EKD-Papier „Kirche der Freiheit“ (2006) beschrieben wird, zu bewältigen. Kritiker warnen jedoch vor der Gefahr, dass finanzielle Überlegungen die theologischen Inhalte in den Hintergrund drängen und sich die Kirche dadurch weiter von den Menschen entfernt. Es gibt Berichte über steigende Burnout-Raten unter Pfarrern und eine Wahrnehmung der Strukturreformen als überwältigende Prozesse, die oft als von außen verordnet erlebt werden.

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Stimmen, die die Möglichkeit zur Entlastung der Gemeindepfarrer durch zentrale Verwaltungen und Zusammenarbeit betonen. Der Zusammenschluss der beiden Kirchengemeinden soll nicht nur die Arbeitslast verringern, sondern auch neue Begegnungsmöglichkeiten schaffen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl in der neuen Gemeinde zu stärken.

Der neue Kirchengemeinderat wird am ersten Advent sein Amt antreten. Bis dahin wird die fusionierte Gemeinde als „Ortskirchliches Verwaltungsgebiet“ bezeichnet. Bei den Fürbitten des Gottesdienstes wurden die Hoffnungen auf schnelles Zusammenwachsen und die Gestaltung einer positiven Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht. Nach dem Gottesdienst wurde ausgelassen auf die Fusion angestoßen und im Gemeindehaus gab es Eintopf für alle Anwesenden. Diese neuen Entwicklungen zeigen, dass die evangelischen Kirchengemeinden Untergröningen und Obergröningen fest entschlossen sind, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Weitere Informationen zur Fusion und den Hintergrund können in den Berichten der Schwäbischen Post und der Gmünder Tagespost nachgelesen werden, während der breitere Kontext zur Kirchlichen Reform unter evangelisch.de zu finden ist.