Der Bau des neuen Hirschbachbads in Aalen schreitet voran. An der Stelle des ehemaligen Freibads, das im September 2020 nach 128 Jahren schloss, soll das Kombibad, eine Mischung aus Hallen- und Freibad, voraussichtlich in diesem Jahr eröffnet werden. Damit kommen auf die Stadt und die Bürger einige neue Herausforderungen zu, insbesondere im Bereich der Parkraumbewirtschaftung.
Der Gemeinderat hat 110 Anträge zum Haushalt eingereicht, darunter die Diskussion um die Parkplatzsituation am neuen Bad. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast forderte zusätzliche Parkplätze durch eine Erweiterung der bestehenden Parkbuchten und ein Konzept für Überlaufstellplätze. Aktuell sieht das Mobilitätskonzept 240 Stellplätze vor, doch die Umsetzung wird mit geschätzten 500.000 Euro für die Schaffung knapp 100 zusätzlicher Stellplätze und notwendige Hangarbeiten veranschlagt. Oberbürgermeister Frederick Brütting kündigte an, im Februar die genaue Anzahl der erforderlichen Stellplätze zu besprechen.
Parkplatzsituation und Kosten
Ein zentrales Anliegen ist die ausreichende Anzahl der Parkmöglichkeiten, insbesondere während heißer Sommertage sowie Winterbesuchen. Die Bedenken über den Parksuchverkehr im angrenzenden Wohngebiet treiben die Diskussion voran. Geplant sind zudem 70 Stellplätze am Sportplatz mit einer ganzheitlichen Betrachtung der Stellplatzmöglichkeiten.
Eine Sanierung des Bestandsparkplatzes ist vor der Eröffnung notwendig, wobei die Kosten dafür auf 480.000 Euro geschätzt werden. Schäden am bestehenden Parkplatz wurden nach Bauarbeiten festgestellt, was die Fahrzeugnutzer vor Herausforderungen stellt. Zudem wird das Parken am Hirschbachbad künftig kostenpflichtig sein, wobei die Tarife sich an anderen Parkmöglichkeiten orientieren. Es wurden Vorschläge zur teilweise Vergütung der künftigen Parkgebühren beim Besuch des Bades sowie zur Vergütung von Tickets aus dem öffentlichen Nahverkehr erörtert.
Der Bau des Kombibads
Die Idee für den Bau des Kombibads wurde bereits am 25. März 2021 vom Gemeinderat beschlossen. Mit einer Investitionssumme von 44,4 Millionen Euro bis 2024 wird das neue Bad eine bedeutende Bereicherung für die Stadt darstellen. Die Planung und Gestaltung des Gebäudes, das etwa 125 Meter lang und bis zu 40 Meter tief sein wird, geht auf das Büro 4a Architekten zurück, das den Realisierungswettbewerb gewonnen hat.
Im Inneren des Kombibads wird es verschiedene Becken für Schwimmer, Wassersportler, Familien und den Schulsport geben. Die Außenanlage umfasst ein 50-Meter-Schwimmbecken, während die Innenräume ein 25-Meter-Sportbecken, ein Erlebnis- und Freizeitbecken sowie ein Kinderbecken mit zwei Wassertiefen beherbergen. Die Gesamtwasserfläche wird von 315 m² auf 827 m² vergrößert, was die Nutzungsmöglichkeiten für den Vereinssport auf 140 bis 180 Stunden pro Woche verdoppelt.
Wirtschaftlichkeit und Herausforderungen
Die Herausforderungen des Baus und der Revitalisierung kommunaler Schwimmbäder sind nicht zu unterschätzen, da sie eine strukturierte Vorbereitung, Planung und Umsetzung erfordern. Politische Wünsche und Bürgervorstellungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Wirtschaftlichkeit dieser Projekte muss mittels Machbarkeitsstudien und einer umfassenden Wirtschaftlichkeitskontrolle geprüft werden, da kommunale Schwimmbäder oft defizitär sind und die Eintrittspreise nicht kostendeckend sind. Kommunalkredite und Fördermittelprogramme sind notwendig, um die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen und den Betrieb langfristig zu sichern.
Insgesamt zeigt sich, dass der Bau des neuen Hirschbachbads sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Stadt Aalen mit sich bringt. Mit einer zukunftssicheren Planung und einer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bürger wird der Erfolg des Projekts maßgeblich beeinflusst werden.
Für weitere Informationen: Schwäbische Post, Aalen.de, Sportplatzwelt.de.