Franziska Tagscherer steht kurz davor, neue Geschäftsführerin der Wohnungsbau Aalen zu werden. Der Gemeinderat hat sich bereits für die 34-Jährige ausgesprochen, die seit 2022 als Prokuristin bei der Wohnungsbau tätig ist und ein Studium der Immobilienwirtschaft absolviert hat. Die offizielle Wahl in der Gesellschafterversammlung ist für den 1. Mai 2025 angesetzt. Aktueller Geschäftsführer Michael Schäfer wird in der Zwischenzeit zu den Aalener Stadtwerken wechseln. Die Personalie wurde in der letzten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) öffentlich diskutiert und erntete sowohl Zuspruch als auch Kritik.

Oberbürgermeister Frederick Brütting wird in der Gesellschafterversammlung als Vertreter der Stadt Aalen fungieren. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich des Auswahlverfahrens. Stadträte wie Alexander Asbrock von den Grünen und Norbert Rehm von den Aktiven Bürgern haben Kritik geäußert, da die Position nicht extern ausgeschrieben wurde. Rehm fordert zudem, dass die Leistungen der städtischen Tochtergesellschaften optimiert werden müssen, während Asbrock darauf hinweist, dass der Aufsichtsrat seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei.

Bedenken und Unterstützung im Gemeinderat

Die Fraktionen im Gemeinderat scheinen unterschiedliche Ansichten zu vertreten. Während einige, einschließlich der SPD, keine Notwendigkeit für ein externes Auswahlverfahren sehen, haben Rehm und Asbrock mit zwei Gegenstimmen die Weisung zur Wahl von Tagscherer im Ausschuss abgelehnt. Die Unterstützung innerhalb der Mehrheit könnte jedoch die Wahl am 1. Mai begünstigen. Hierbei wird deutlich, dass die politische Landschaft im Gemeinderat geprägt ist von divergierenden Meinungen über die Führung städtischer Gesellschaften.

Parallel zu diesen Entwicklungen fand im Gemeinderat eine Diskussion über den Haushaltsplanentwurf für 2024 statt. Hierbei äußerten alle neun Fraktionen Besorgnis über die finanziellen Herausforderungen der Stadt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Konnexitätsprinzip des Bundes, welches von der CDU kritisiert wird, da es Kommunen finanziell belastet. Der CDU-Rat Thomas Wagenblast fordert Impulse für die Wirtschaftsförderung und Infrastruktur. Vorschläge für Einsparungen von bis zu 1,8 Millionen Euro, insbesondere im Personaletat, sind Teil der angestrebten Maßnahmen.

Vielfältige Forderungen zur zukünftigen Entwicklung

Weitere Fraktionen, wie die Grünen, setzen sich für mehr Augenmerk auf Bildung und Klimaschutz ein und beantragen Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität. Zudem fordert die SPD mehr Fördergelder und Priorisierungen bei Investitionen. Die Freien Wähler sehen ein Ausgabenproblem und fordern Einsparungen bei Kitas, während die AfD drastische Sparmaßnahmen vorschlägt und Investitionen in Klimaschutz ablehnt. Insgesamt werden 83 Anträge zur Haushaltsplanung am 23. Januar diskutiert.

In diesem Kontext wird die künftige Führung der Wohnungsbau Aalen und die damit verbundene Personalentscheidung von entscheidender Bedeutung sein, um die Stadt Aalen auf einen stabilen und erfolgreichen Kurs zu führen. Die Herausforderung wird sein, die Meinungen der verschiedenen Fraktionen zu integrieren und gleichzeitig die finanziellen Rahmenbedingungen neu zu gestalten und die Lebensqualität für die Bürger zu verbessern.