Die Bürgergeld-Empfängerin Jannie aus Mannheim sieht sich mit einer unerwarteten finanziellen Belastung konfrontiert: Ihr Energieversorger hat sie aufgefordert, fast 1.000 Euro für eine Nachzahlung zu begleichen. Diese Summe setzt sich sogar auf 1.113 Euro inklusive Mahngebühren zusammen, was Jannie besonders überrascht, da sie keine energieaufwändigen Geräte besitzt und allein mit einem ihrer drei Kinder in der Wohnung lebt. Für sie ist es unverständlich, weshalb diese hohe Nachzahlung entstanden sein kann, zumal das Jobcenter ihre Stromkosten normalerweise direkt abzieht. Um Klarheit zu bekommen, hat sie ihren Energieversorger aufgesucht. Dort erhielt sie die Rechnung über 930 Euro, die sie als extrem hoch empfindet.
Die Problematik von Stromnachzahlungen ist insbesondere für Empfänger von Bürgergeld ein aktuelles Thema. Jährliche Nachzahlungen sind aufgrund steigender Strompreise keine Seltenheit. Viele Bürgergeld-Bezieher haben Schwierigkeiten, Rücklagen für unvorhergesehene Kosten wie Nachzahlungen zu bilden, was zu finanziellen Engpässen führt. Laut gegen-hartz.de führt der im Regelsatz enthaltene Stromanteil im Jahr 2023 zu einer Unterdeckung von etwa 180 Euro, was die Situation für viele Betroffene weiter verschärft. Es ist wichtig zu wissen, dass Jobcenter nicht für zusätzliche Stromkosten zuständig sind, da diese nicht zu den Wohnkosten zählen.
Ratenzahlungsoptionen und Darlehen
Um mit hohen Nachzahlungen umzugehen, haben Betroffene mehrere Möglichkeiten. Ein effektiver Weg, um finanzielle Engpässe zu vermeiden, ist die Vereinbarung von Ratenzahlungen direkt mit dem Stromversorger. Jannie plant, die Nachzahlung in Raten von 20 bis 40 Euro abzubezahlen, was bedeutet, dass sie bei der niedrigeren Rate von 20 Euro etwa vier Jahre benötigen würde, um die gesamte Summe zu tilgen.
Zusätzlich können Bürgergeld-Empfänger ein Darlehen beim Jobcenter beantragen, um ihre Stromnachzahlungen zu decken. Wenn das Darlehen genehmigt wird, werden monatlich 5 % des Regelbedarfs abgezogen, um die Schulden zurückzuzahlen. Es ist jedoch erforderlich, nachzuweisen, dass man aktiv versucht hat, eine Lösung mit dem Stromversorger zu finden. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da das Jobcenter bei drohender Stromsperre verpflichtet ist, Hilfe zu leisten und die Stromlieferung aufrechtzuerhalten.
Die Verantwortung der Betroffenen
Wie buergergeld.org berichtet, sind Bürgergeld-Bedürftige oft in einer schwierigen Lage, insbesondere weil sie in der Regel keine Rücklagen gebildet haben. Das Jobcenter ist nicht grundsätzlich für die Begleichung von Stromnachzahlungen zuständig, sodass es an den Empfängern liegt, proaktiv Kontakt mit ihren Versorgern aufzunehmen. Ein Richtwert, wenn es um Ratenzahlungen geht, liegt in der Regel zwischen 10 und 25 Euro monatlich. Diese flotte Reaktion ist entscheidend, um Mahngebühren zu vermeiden, die die Schulden weiter erhöhen, sowie um einer drohenden Stromsperre zu entgehen.
Insgesamt zeigt der Fall von Jannie, wie sehr Bürgergeld-Bezieher von steigenden Strompreisen und unerwarteten Nachzahlungen betroffen sind. Es ist essenziell, dass Betroffene sich über ihre Optionen informieren und aktiv werden, um ihre finanzielle Situation zu stabilisieren.