Der Goldpreis hat einen neuen Rekord erreicht und liegt derzeit bei fast 3.045 US-Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) an der Rohstoffbörse in London. Dies stellen die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg fest, die den Anstieg des Goldpreises auf eine weltweit gestiegene Unsicherheit zurückführen. Diese Unsicherheit wird durch die unklaren Folgen einer Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Kremlchef Wladimir Putin im Ukraine-Krieg verstärkt. Die unterschiedlichen Interpretationen der Abmachung und deren Erfolgsaussichten aus Washington, Moskau und Kiew tragen zur Verwirrung und Besorgnis bei, während in der Ukraine weiterhin Luftalarme ertönen und Premierminister Benjamin Netanjahu die Angriffe auf die Hamas im Gazastreifen intensivieren möchte. Trotz des zurückgehenden Verhaltens von Anlegern zur US-Geldpolitik bleibt Gold als sicherer Hafen stark gefragt.
Die US-Notenbank (Fed) steht ebenfalls unter Druck, ihre Leitzinsen zu erhöhen, um der anhaltend hohen Inflation entgegenzuwirken. Es wird erwartet, dass die Fed den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte anhebt, wodurch er zwischen 3 und 3,25 Prozent liegen würde. Dies wäre der höchste Stand seit 14 Jahren. Die Entscheidung zur Geldpolitik wird am Mittwoch um 20:00 Uhr MESZ bekanntgegeben. Dies wäre bereits die fünfte Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr, was von Analysten als notwendig erachtet wird, um Nachfrage zu bremsen und die Inflation zu senken. Fed-Chef Jerome Powell warnte jedoch vor den möglichen negativen Auswirkungen dieser Politik auf das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt.
Goldpreis und Renditen im Kontext
Die Goldpreis-Rallye dauert seit über zwei Jahrzehnten an, wobei die aktuelle Goldrendite im Jahr 2025 zwischen 2.606,40 und 3.045,82 USD liegt, was eine Rendite von 16,86 % ausmacht. Diese Preisspanne zeigt die anhaltende Attraktivität von Gold als langfristiges Investitionsinstrument. Historisch gesehen erfuhren die Goldpreise von verschiedenen Faktoren, wie der Schließung des „Goldfensters“ durch Präsident Nixon im Jahr 1971 oder den geopolitischen Krisen seit den 2000er Jahren einen stetigen Wandel. Die Finanzkrise 2007/2008 führte zu einem erheblichen Anstieg der Nachfrage nach Gold, das zunehmend als sicherer Hafen abgesichert wurde.
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg, haben die Nachfrage nach Gold weiter angeheizt, wobei sogar zentrale Banken ihre Goldreserven 2024 drastisch erhöhten. Diese Dynamik zeigt sich auch in den Preisrekorden in verschiedenen Währungen, während die Herausforderung durch Handelskriege und politische Instabilität weiterhin im Raum steht.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen, sowohl in der Geldpolitik als auch auf dem geopolitischen Parkett, bleibt abzuwarten, wie sich sowohl der Goldpreis als auch die Zinslandschaft in den kommenden Monaten entwickeln werden. Anleger sollten die übergreifenden Trends und deren Auswirkungen auf die Märkte genau im Auge behalten.
Für detaillierte Informationen stehen folgende Artikel zur Verfügung: T-Online berichtet, Focus informiert und Gold.de bietet Einblicke.