Der ehemalige Domkapellmeister Boris Böhmann hat die künstlerische Leitung der neu gegründeten Chorakademie Freiburg übernommen. Diese wurde von engagierten Freiburger Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen und richtet sich an Sängerinnen und Sänger jeden Alters. Böhmann wird die Akademie zunächst übergangsweise und ehrenamtlich leiten, nachdem er Ende Februar 2023 vom Erzbistum Freiburg gekündigt wurde. Konkrete Gründe für die Entlassung wurden von der Kirche nicht genannt, jedoch gab es jahrelange Auseinandersetzungen, die letztlich zu dieser Entscheidung führten.

Ein denkwürdiger Vorfall ereignete sich an Heiligabend 2022, als Erzbischof Stephan Burger während eines Gottesdienstes aufgrund von langanhaltendem Applaus für Böhmann die Live-Übertragung abbrach. Dieser Vorfall wurde bundesweit thematisiert und führte zur Freistellung Böhmanns durch den Domfabrikfonds, der die Verantwortung für die Dommusik trägt. Ein Rechtsstreit um die Kündigung des künstlerischen Leiters läuft derzeit noch.

Die Rolle der Chorakademie

Bereits 130 Anmeldungen für die neue Chorakademie sind eingegangen, was das große Interesse an dieser Institution unterstreicht. Böhmann hat zum Ausdruck gebracht, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit jungen und erfahrenen Chormitgliedern freue. Der Vorstand des Domchors trat im Januar 2023 geschlossen zurück, weitere Protestaktionen von Böhmanns Unterstützern folgten auf die Kündigung.

Erzbischof Burger erklärte, dass er die Situation bedauere und betonte die Bereitschaft, die kirchenmusikalische Arbeit in Freiburg fortzusetzen. Dies ist besonders relevant im Kontext der vielseitigen Entwicklung der Kirchenmusik, die im Laufe der Geschichte bedeutende Veränderungen durchlief. In der katholischen Tradition ist der gregorianische Choral, bekannt für seine rein einstimmige Form und lateinische Texte, ein zentraler Bestandteil der musikalischen Praxis, während evangelische Kirchenmusik oft in deutscher Sprache gestaltet ist.

Kirchenmusik im Wandel

Die Entwicklung der Kirchenmusik reicht bis in das 4. Jahrhundert zurück, als Gesang in der Liturgie durch Kirchenväter wie Basilius von Caesarea gefördert wurde. Mit der Einführung des Christentums als Staatsreligion im Jahr 380 entstanden verschiedene Liturgien, und im 6. Jahrhundert reformierte Papst Gregor der Große die Liturgie und sammelte den gregorianischen Choral. Seitdem hat Kirchenmusik viele Stile hervorgebracht und ist eng mit den unterschiedlichen konfessionellen Traditionen verbunden.

Durch die Reformation im 16. Jahrhundert kam es zu einer Spaltung der Kirchenmusik zwischen katholischen und evangelischen Traditionen, was die Vielfalt der musikalischen Ausdrucksformen weiter bereicherte. Der Begriff Kirchenmusik, der im 18. Jahrhundert eingeführt wurde, beschreibt inzwischen nicht nur die Musikausübung innerhalb des Gottesdienstes, sondern auch Proben und Konzerte. Die Bedeutung und die Stilrichtungen der Kirchenmusik variieren stark je nach kulturellem Umfeld und konfesionellem Hintergrund.

Mit der Eröffnung der Chorakademie Freiburg wird nun ein neuer Beitrag zur kirchenmusikalischen Landschaft der Stadt geleistet, der die lange Tradition und das reiche Erbe der Kirchenmusik fortsetzt und neu belebend.

Quellen

Referenz 1
www.zvw.de
Referenz 3
de.wikipedia.org
Quellen gesamt
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