Ellwangen hat sich entschieden, einen bedeutenden Schritt in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit zu unternehmen, indem es am Projekt „Natur nah dran“ teilnimmt. Dieses Projekt, welches in Kooperation zwischen dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und dem NABU Baden-Württemberg durchgeführt wird, zielt darauf ab, innerörtliche Grünflächen naturnah umzugestalten. Ellwangen erhält dafür eine Förderung von bis zu 15.000 Euro, um die bestehenden Grünflächen zu optimieren und ihnen eine naturnahe Anmutung zu verleihen, wie Schwäbische Post berichtet.
Ein zentrales Element des Projektes ist die Pflanzung von Wildpflanzen. Diese Pflanzen bieten Rückzugsräume und Nahrung für Insekten, was besonders zur Förderung der Biodiversität beiträgt. Zudem sind sie resistent gegen Trockenheit und benötigen weniger künstliche Bewässerung, eine wichtige Eigenschaft in Zeiten des Klimawandels. Durch solche Maßnahmen soll dem Artensterben entgegengewirkt werden, da die Urbanisierung oft zur Zerstörung lokaler Lebensräume führt, weswegen Projekte dieser Art immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume
Um positive Effekte auf die lokale Biodiversität zu erzielen, umfasst das Programm auch Schulungen für Mitarbeitende von kommunalen Bauhöfen und Gärtnereien. Dies geht einher mit dem Ziel, die ökologische Bildung in der Bevölkerung zu erhöhen und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit naturnaher Flächen zu schaffen. Bei den bereits eingeführten Maßnahmen haben über zehn Prozent der Kommunen in Baden-Württemberg seit 2016 an „Natur nah dran“ teilgenommen, was die Relevanz und Wirkung des Projektes unterstreicht.
Der Zusammenhang zwischen Urbanisierung und dem Verlust von Biodiversität ist hinlänglich bekannt. Laut das-wissen.de führt die fortschreitende Urbanisierung zu einer signifikanten Veränderung der natürlichen Landschaften. Es kommt zu einer Bodenversiegelung, die die Struktur des Bodens und den Wasserhaushalt beeinträchtigt, und somit die Gefahr von Überschwemmungen erhöht. Des Weiteren werden durch invasive Arten viele einheimische Pflanzen und Tiere verdrängt, was weiter zur Fragmentierung der Lebensräume und dem Verlust an Biodiversität führt.
Langfristige Perspektiven und Maßnahmen
Langfristig gesehen trägt das Projekt „Natur nah dran“ nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität in Ellwangen bei, sondern auch zur Erhaltung und Wiederherstellung lokaler Ökosysteme. Hierbei sind nachhaltige Stadtplanung und die Einbindung der Bürger in den Planungsprozess von großer Bedeutung. Um die ökologischen Schäden der Urbanisierung zu minimieren, sind neben naturnahen Grünflächen auch Maßnahmen wie die Einrichtung grüner Korridore, die Förderung städtischer Biodiversität und die Reduzierung von Verschmutzungsquellen notwendig.
In der kommenden Förderrunde werden unter anderem Städte wie Bergatreute, Biberach und Offenburg unterstützt, die ebenfalls auf naturnahe Gestaltung setzen. Von 2022 bis 2027 sollen jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert werden, wobei insgesamt bereits 121 Kommunen von dem Projekt profitiert haben.
Die Förderung naturnaher Flächen ist somit nicht nur eine lokale Initiative von Ellwangen, sondern steht im Kontext eines notwendigen Wandels, um sowohl den Herausforderungen der Urbanisierung zu begegnen, als auch einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und zum Umweltschutz zu leisten.