In einem aktuellen Fall von Betrugsverdacht hat die Staatsanwaltschaft Dresden zusammen mit dem Landeskriminalamt Ermittlungen gegen den Technologie-Unternehmer Oliver R. eingeleitet. Dies berichtet lvz.de. R. steht im Verdacht, zwischen September 2020 und Oktober 2022 Maschinen verkauft zu haben, deren tatsächliche Leistungsfähigkeit nur theoretisch existiert hat. Käufer zahlten hierfür Anzahlungen in Höhe von über 1,6 Millionen Euro, allerdings wurden die versprochenen Maschinen nicht ausgeliefert.

Der Unternehmer ist ein umstrittener Pionier der Umwelttechnologie und besitzt insgesamt 15 Unternehmen in Dresden. Er war zuletzt für seine Bestrebungen bekannt, neue Plastik-Strom-Anlagen weltweit zu vertreiben. Trotz seiner Ambitionen und einem Auftritt als Kandidat für den Unternehmerpreis 2017/18 sieht sich R. nun schwerwiegenden Vorwürfen gegenüber.
Der Vertriebspartner, ein 60-jähriger Manager, wird ebenfalls in die Ermittlungen einbezogen. Er gilt als zentrale Figur des Unternehmens Konglomerats „Biofabrik“, das zahlreiche Firmen in Sachsen und weltweit betreibt.

Die Hintergründe des Unternehmens

Die Biofabrik White Refinery GmbH, eine Tochtergesellschaft von R.s Unternehmen, fiel bereits 2021 durch einen überschuldeten Jahresabschluss auf und ging im August 2022 in vorläufige Insolvenz. Der Insolvenzverwalter Jörg Dauernheim hat erklärt, dass er nach „absoluter Transparenz“ bei den Anfragen der Ermittlungsbehörden strebt. Während er in drei verschiedenen Staaten unterwegs ist, wird das gesamte Biofabrik-Konglomerat überprüft.

Die ermittelnden Behörden führten am Donnerstag Razzien in insgesamt 16 Objekten in Sachsen durch, darunter neun Wohnungen und vier Firmenstandorte. Weitere Durchsuchungen fanden in Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern statt. Bislang hat die Biofabrik auf Anfragen der Presse keinen Kommentar abgegeben.

Ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Innovation und Skandal

Oliver R. und die Biofabrik erweckten häufig den Eindruck, die „Tesla der Umweltbranche“ zu sein. Dennoch stehen die gestellten Vorwürfe im Widerspruch zu ihrem angestrebten innovativen Image. Während R. behauptete, mit seinen Technologien die Welt retten zu wollen, zeichnet sich nun ab, dass seine Aktivitäten mehr Ermittlungsakten produziert haben als umwelttechnologische Fortschritte, wie diebewertung.de beschreibt.

Der Cybercrime Report von LexisNexis Risk Solutions warnt derweil vor einem ansteigenden Trend in der Cyberkriminalität: Trotz der Pandemie-bedingten Lockerungen sind die Online-Transaktionen angestiegen, was auch die Anfälligkeit für betrügerische Aktivitäten erhöht. In diesem Zusammenhang ist der Fall um Oliver R. ein Ausdruck der sich verändernden Landschaft im Unternehmensumfeld und der Herausforderungen, vor denen Innovationen im digitalen Zeitalter stehen.