US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende eine massive Offensive gegen die jemenitische Huthi-Miliz befohlen. An dem Einsatz, der als „groß angelegte Operation“ bezeichnet wird, waren US-Kampfjets beteiligt, die von Flugzeugträgern abflogen. Die Luftangriffe konzentrierten sich auf die Hauptstadt Sanaa und führten laut dem Gesundheitsministerium der Huthis zu mindestens 31 Toten und über 100 Verletzten. Trump begründete den Angriff mit der „unerbittlichen Kampagne der Gewalt und des Terrorismus“, die die Huthis gegen US-Streitkräfte geführt hätten. Diese Entwicklungen markieren den größten Militäreinsatz der USA im Nahen Osten seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit, berichtet der Tagesspiegel.

Die Huthi-Rebellen, die seit Oktober 2023 wiederholt Israel mit Raketen und Drohnen attackierten, hatten in den letzten Monaten eine Waffenruhe eingehalten, jedoch kürzlich erneut mit Angriffen gedroht. Auf die Luftschläge reagierten die Huthis mit dem Schwur auf Vergeltung und dem Rückzug führender Rebellen aus Sanaa in ländliche Gebiete. Experten wie Aron Lund weisen darauf hin, dass die Eskalation unter anderem durch den Stopp von Hilfslieferungen nach Gaza ausgelöst worden sein könnte. Trump kritisierte frühere Bemühungen seines Vorgängers Joe Biden als „erbärmlich schwach“.

Die Geopolitischen Auswirkungen

Der Konflikt im Jemen hat sich unterdessen zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran entwickelt. Russland wird ebenfalls in die Auseinandersetzung einbezogen, da Berichten zufolge die Huthi-Miliz mit Satellitendaten unterstützt wird. Gleichzeitig soll die Huthi-Miliz im Gegenzug Söldner für den russischen Krieg in der Ukraine bereitstellen. Lars Lund äußert Zweifel daran, dass sich die Huthis durch die US-Angriffe einschüchtern lassen.

Trump forderte Iran auf, seine Unterstützung für die Huthis unverzüglich zu beenden. Irans Außenminister wies diese Forderung jedoch zurück und betonte, dass Washington keine Autorität habe, die iranische Außenpolitik zu diktieren. Die Huthis selbst verfügen mittlerweile über 180.000 bis 200.000 bewaffnete Kämpfer sowie eine Vielzahl an militärischen Ausrüstungen, einschließlich Drohnen und Raketen, die sie zur Unterstützung ihrer militärischen Operationen nutzen.

Internationale Reaktionen und Sicherungsmaßnahmen

Um den Angriffen der Huthi-Miliz entgegenzuwirken, haben die USA und Großbritannien seit Mitte Januar 2024 wiederholt Stellungen der Huthis im Jemen angegriffen. Außerdem ist die Fregatte „Hessen“ im Rahmen eines EU-Militäreinsatzes im Roten Meer im Einsatz, um Handelsschiffe vor Huthi-Angriffen zu schützen. Dieser Einsatz, der am 8. Februar 2024 begann, unterstützt unter anderem die Sicherheit von Schifffahrtsrouten, die durch erneute Angriffe der Huthis erheblich gefährdet sind.

Die Huthis und ihr Ziel, Nahrungsmittel- und Hilfsgüterlieferungen in den Gazastreifen zu fordern, zeigen, wie sehr der Konflikt im Jemen und die regionalen Spannungen miteinander verknüpft sind. Unter den Auswirkungen ihrer Angriffe leiden nicht nur regionale Akteure, sondern auch der internationale Handel, da Reedereien zunehmend längere Routen um den Suezkanal bzw. das Rote Meer herum wählen.

Diese Entwicklungen werfen ein Schatten auf die Zukunft der internationalen Beziehungen im Nahen Osten und verdeutlichen die Komplexität des Konflikts, der weit über die Grenzen Jemens hinausgeht. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, einen Ausweg aus diesem verworrenen geopolitischen Geflecht zu finden.