Ryanair hat angekündigt, die Frist für die Akzeptanz von ausgedruckten Bordkarten bis Anfang November 2025 zu verlängern, wie Südkurier berichtet. Ursprünglich war geplant, dass ab Mai 2025 ausschließlich digitale Bordkarten akzeptiert werden. Nun wird die vollständige Umstellung auf elektronische Tickets auf den 3. November 2025 verschoben.
Nach der Entscheidung müssen Passagiere ihre Bordkarten in der Unternehmens-App anfordern, die dann über Messenger-Dienste an Mitreisende weitergeleitet werden können. Aktuell nutzen bereits 80 Prozent der Passagiere die App, um ihre Bordkarten abzurufen. Ryanair verfolgt das Ziel, die erste papierlose Airline der Welt zu werden, was möglicherweise zur Vermeidung von über 300 Tonnen Abfall pro Jahr führen könnte.
Probleme für Passagiere
Obwohl der Umstieg auf digitale Bordkarten umstritten ist, warnt der irische Reiseexperte Eoghan Corry vor erheblichen Problemen, die mit der neuen Regelung einhergehen könnten. Trotz der Tatsache, dass Ryanair angibt, dass nur 20 Prozent der Passagiere gedruckte Bordkarten nutzen, stellen diese Zahlen immer noch eine große Anzahl von Reisenden dar, die möglicherweise Schwierigkeiten bei der Anpassung an die neuen Verfahrensweisen haben werden. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der technischen Kompetenz vieler Passagiere, insbesondere bei älteren Reisenden.
Ab November 2025 sollen die meisten Gebühren für das Einchecken am Flughafen entfallen. Derzeit erhebt Ryanair bereits eine Extra-Gebühr für Passagiere, die nicht online einchecken. Die Neuausstellung von Bordkarten am Flughafen kann bis zu 55 Euro kosten, wenn der Online-Check-in versäumt wird. Ab kommenden Sommer wird das Einholen einer gedruckten Bordkarte für Passagiere, die keinen Zugang zur App oder zu einem Drucker haben, auch in der Regel kostenpflichtig sein.
Reaktionen auf die Änderungen
Die ersten Ankündigungen zur Abschaffung der gedruckten Bordkarten führten in Großbritannien bereits zu Protesten, da viele Menschen nach wie vor auf Papierdokumente angewiesen sind. Ausnahmen gelten lediglich für Flüge von marokkanischen Flughäfen, wo gedruckte Bordkarten aufgrund gesetzlicher Vorgaben weiterhin akzeptiert werden müssen.
Ryanair plant darüber hinaus die Abschaffung klassischer Check-in-Schalter an Flughäfen, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Dies könnte die Wartezeiten für Passagiere weiter verlängern, die häufigen Fragen rund um die neuen Richtlinien aufwerfen.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie Ryanair’s Wechsel zu rein digitalen Bordkarten für die Kunden funktionieren wird. Passagieren wird geraten, sich im Vorfeld gründlich über die neuen Bestimmungen und Verfahren zu informieren, um unangenehme Überraschungen am Flughafen zu vermeiden. Wie 20 Minuten berichtet, könnte das auch zusätzliche Kosten für den Erhalt des elektronischen Boardingpasses nach sich ziehen, die Ryanair bislang jedoch dementiert hat.
Angesichts der anstehenden Veränderungen wird es für Reisende entscheidend sein, sich rechtzeitig auf die neue digitale Welt von Ryanair einzustellen, um Frustrationen und zusätzliche Gebühren zu vermeiden, auch wenn die Vorzüge von papierlosen Boardingprozessen durchaus verlockend erscheinen.