Der ehemalige Eigentümer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch, steht erneut im Fokus der britischen Regierung. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs war Abramowitsch gezwungen, den Fußballclub zu verkaufen, um Druck auf seine Vermögenswerte zu vermeiden. Doch die Erlöse aus dem Verkauf, die rund 2,5 Milliarden Pfund (etwa drei Milliarden Euro) betragen, sind derzeit eingefroren. Die britische Regierung plant nun, gerichtlich zu intervenieren, um diese Gelder eventuell zur Unterstützung der Ukraine freizugeben, wie Welt berichtet.
Der britische Außenminister David Lammy hebt die Dringlichkeit der Situation hervor. Er ist bestrebt, die Blockade zu beenden und sicherzustellen, dass das Geld den Opfern des Krieges in der Ukraine zugutekommt. Während Abramowitsch sich bereit erklärt hatte, das Geld für die „Opfer des Krieges“ zu verwenden, gibt es Differenzen über die tatsächliche Verwendung. Während die britische Regierung das Geld für ukrainische Betroffene nutzen möchte, strebt Abramowitsch offenbar auch eine Verwendung in Russland an.
Technische und rechtliche Herausforderungen
Die britische Regierung hadert mit dem langsamen Fortschritt bei der Freigabe der Gelder, was einen Ausschuss im Oberhaus zu kritischen Äußerungen über die Nutzung des Chelsea-Vermögens veranlasste. Der Sprecher des Außenministeriums bekräftigte jedoch die Bestrebungen, eine unabhängige Stiftung einzusetzen, die von Mike Penrose, dem ehemaligen Chef von UNICEF Großbritannien, geleitet wird. Diese Stiftung soll unter anderem Bildungs- und Gesundheitsprojekte für Kinder gefallener ukrainischer Soldaten unterstützen.
Zudem sieht sich Abramowitsch, der seit dem 10. März 2022 auf der Liste der sanktionierten Personen steht, mit weiteren Einschränkungen seiner finanziellen Aktivitäten konfrontiert. Seine Vermögenswerte wurden eingefroren und der geplante Verkauf des FC Chelsea, um sein Vermögen zu sichern, scheiterte vorerst, wie 20 Minuten berichtet. Während Chelsea eine Lizenz erhalten hat, um weiterhin als Fußballverein zu agieren, bleiben zahlreiche Kommerzaktivitäten, wie der Ticketverkauf, stark eingeschränkt.
Die Diskussion über die Verwendung der eingefrorenen Vermögen erstreckt sich auch auf die europäische Ebene, wo rund 300 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten der russischen Zentralbank eingefroren sind. Verschiedene Staaten, darunter Belgien und Deutschland, äußern rechtliche Bedenken bei der Beschlagnahmung dieser Gelder zur Unterstützung der Ukraine.
Rechtsstreitigkeiten und wirtschaftliche Auswirkungen
Zusätzlich zu den Einschränkungen versucht eine Reihe von Oligarchen, darunter Abramowitsch, gegen die Sanktionen zu klagen. Einem Bericht von n-tv zufolge haben einige Oligarchen auch den Rückgang ihres Vermögens durch die Sanktionen zu spüren bekommen. Abramowitsch selbst hat einen dramatischen Verlust von bis zu 6,6 Milliarden Euro erfahren. Die rechtlichen Herausforderungen nehmen zu, da Oligarchen wie der von Abramowitsch um Freigabe von Vermögenswerten bitten, um ihre Lebenshaltungskosten zu sichern.
Die Komplexität der Situation wird zusätzlich durch die Möglichkeit erschwert, dass Oligarchen, die in Steueroasen investiert haben, möglicherweise nicht direkt zur Verantwortung gezogen werden können. Diese Umstände machen die rechtlichen Schritte gegen sie zu einer herausfordernden Angelegenheit.