Am Mittwochnachmittag erlitt eine 24-jährige Mitarbeiterin in Überlingen schwere Verletzungen, als sie in die rotierenden Propellerblätter einer landwirtschaftlichen Drohne geriet. Der Vorfall ereignete sich auf einer Wiese im Bereich Steinhöfe, wo ein 19-jähriger Drohnenpilot gegen 13:30 Uhr eine über 60 kg schwere Drohne zum Düngemittelausbringen startete. Nach dem Start öffnete sich der Deckel des Düngemitteltanks in geringer Höhe, was die Mitarbeiterin veranlasste, den bereits landenden Deckel zu schließen. Tragischerweise geriet sie dabei in die rotierenden Propeller der Drohne und zog sich tiefere Schnittverletzungen am Oberschenkel sowie an einer Hand zu. Sie wurde umgehend in eine Klinik zur Behandlung eingeliefert.

Die Polizei hat Ermittlungen gegen den Drohnenpiloten wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. In diesem Kontext übernimmt der Polizeiposten Flughafen des Polizeireviers Friedrichshafen die weiteren Untersuchungen. Diese Vorfälle werfen ein Licht auf die potenziellen Gefahren, die mit Drohneneinsätzen verbunden sind, insbesondere im landwirtschaftlichen Sektor.

Sicherheitsmaßnahmen für Drohneneinsätze

Der Vorfall in Überlingen bringt erneut die Diskussion über die Sicherheit von Drohneneinsätzen auf. In diesem Zusammenhang ist das Konzept EGRED 2 von Bedeutung, das bundesweit einheitliche Mindeststandards für Drohneneinsätze gewährleisten soll. Ausgelegt auf die Bereiche Einsatzplanung, -durchführung und -nachbereitung, fokussiert EGRED 2 auch auf Aus- und Fortbildung sowie Übungen im Umgang mit Drohnen. Diese Standards wurden erstmals 2019 vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelt und nun aktualisiert, um den sich ändernden nationalen und europäischen Rechtslagen Rechnung zu tragen.

Das Ziel der EGRED 2-Maßnahmen ist es, die Sicherheit von Drohneneinsätzen sowohl am Boden als auch in der Luft zu erhöhen, ohne die Effektivität der Einsätze zu beeinträchtigen. Die Einhaltung dieser Standards könnte dazu beitragen, ähnliche tragische Vorfälle in Zukunft zu verhindern und die Sicherheit von Personen in der Umgebung von Drohneneinsätzen zu gewährleisten.

In Anbetracht der Anforderungen an Zusammenarbeit und Sicherheit fordern viele Fachleute, dass zuverlässige Schulungsprogramme und Einsatzrichtlinien für Drohnenpiloten entwickelt werden. Diese sind unerlässlich, um das Risiko bei der Bedienung dieser Technologie zu minimieren. Für weitere Informationen zu den Sicherheitsstandards und deren Umsetzung lesen Sie mehr auf josephinum.at und zur allgemeinen Lage der Drohneneinsätze bei bbk.bund.de.