Die ARD und das ZDF haben offiziell die mediale Verwertungsrechte für die UEFA Europameisterschaft 2028, die in Großbritannien und Irland stattfinden wird, erworben. Diese Vereinbarung, die am 20. Januar 2025 bekannt gegeben wurde, sichert beiden Sendern die Rechte an allen 51 Spielen des Turniers. Der Erwerb dieser Rechte geschah im Rahmen einer Ausschreibung der UEFA und nach Genehmigung durch die zuständigen Gremien der Sender. Die Rechte gelten speziell für den deutschen Markt und wurden gemeinsam mit den Agenturen SportA und CAA Eleven abgeschlossen, wie derwesten.de berichtet.

Die Verantwortlichen der beiden Sender zeigen sich erfreut über diesen Erwerb, da er sicherstellt, dass die deutschen Zuschauer die Spiele der Nationalmannschaft live und unverschlüsselt verfolgen können, sofern sich das Team für das Turnier qualifiziert. Bei der letzten Europameisterschaft 2024 in Deutschland waren nur wenige Spiele direkt im Free-TV zu sehen, was zu vermehrter Kritik an der Rechtevergabe führte.

Übertragungsrechte und Zuschauererwartungen

In der jüngeren Vergangenheit hatten die ARD und das ZDF nur durch Sublizenzen Zugang zu einer begrenzten Anzahl an Spielen. Bei der EM 2024 waren viele Partien im Pay-TV und bei privaten Sendern zu sehen, was die Nachfrage nach unverschlüsselten Übertragungen in den öffentlich-rechtlichen Sendern verstärkt hat. Im Vorjahr erhielten sie beispielsweise nur 17 EM-Spiele [zdf.de], nachdem die Telekom den Hauptzuschlag für die Medienrechte erhalten hatte.

Die ARD und das ZDF sichern sich ebenfalls die Übertragungsrechte für weitere Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, darunter Partien der UEFA Nations League sowie Qualifikations- und Vorbereitungsspiele für die FIFA Weltmeisterschaft 2026 und die UEFA Europameisterschaft 2028. Diese umfassende Vereinbarung bekräftigt die Rolle des Fußballs als zentralen Bestandteil der deutschen Sportberichterstattung.

Herausforderungen und wirtschaftliche Perspektiven

Mit einem gemeinsamen Sportrechte-Gesamtetat von 237,5 Millionen Euro für die ARD und 155 Millionen Euro für das ZDF bis 2028 stehen die Sender jedoch unter dem Druck, ihre Ausgaben zu optimieren. Hintergrund sind die gestiegenen Kosten für Sportübertragungen, während der öffentlich-rechtliche Rundfunk plant, in Zukunft an verschiedenen Stellen zu sparen. Besonders die Übertragung von Fußballspielen wird kritisch betrachtet, da es in der Diskussion steht, ob Gebühren, die von der breiten Bevölkerung gezahlt werden, für diese Inhalte verwendet werden sollten, wie in einem Artikel der Tagesschau angeführt wird.

Die Rückmeldung zur Übertragungsstrategie bleibt abzuwarten, da die EM 2028 bereits in der Planung steht und die Erwartungen der Zuschauer vermutlich weiterhin hoch bleiben werden. Die mediale Verwertungsrechte sind ein wichtiges Geschäft für die UEFA und bilden eine bedeutende Erlösquelle, die die zukünftige Entwicklung des Fußballmarktes in Deutschland und Europa beeinflussen wird.