Im Hochtaunuskreis, einer Region mit rund 240.000 Einwohnern, ist die Zahl der Straftaten gegen das Leben im Jahr 2024 relativ niedrig. Laut der FAZ wurden insgesamt neun solcher Straftaten registriert. Drei davon entfallen auf das Jahr 2023, darunter zwei fahrlässige Tötungen und ein Mord, der am 2. Juni in Bad Homburg verübt wurde, als ein Mann seine Ehefrau tötete und danach Selbstmord beging.
Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit dieser Todesfälle aufgrund von Verzögerungen in der Datenerfassung erst im Jahr 2024 erfasst wurde. Im Polizeipräsidium Westhessen befinden sich über 5.000 Vorgänge in der Nachbearbeitung, was auch die Statistik der anderen Landkreise beeinflusst. Zudem sind im Hochtaunuskreis 1.058 Fälle in der aktuellen Statistik aufgeführt, die eigentlich ins Jahr 2022 gehören.
Allgemeine Kriminalität im Hochtaunuskreis
Die Gesamtzahl der Straftaten im Hochtaunuskreis ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Zehntel gestiegen. Die Häufigkeitszahl für Straftaten beträgt nun 3.725 pro 100.000 Einwohner, während die Häufigkeitszahl für Westhessen bei 4.707 liegt. Interessanterweise weist der Rheingau-Taunus-Kreis eine noch niedrigere Häufigkeitszahl auf.
Ein besonders alarmierender Trend ist der Anstieg von zehn Prozent bei Gewaltdelikten, was 35 zusätzlichen Fällen entspricht. Diese Entwicklung steht im Kontext einer allgemein steigenden Kriminalitätsrate in Deutschland, die laut hiskol im Jahr 2023 einen Anstieg der registrierten Straftaten um 5,5 Prozent verzeichnete, insgesamt etwa 5,9 Millionen Delikte.
Steigende Straßenkriminalität
Die Straßenkriminalität, insbesondere Fahrraddiebstähle und Sachbeschädigungen an Autos, ist im Hochtaunuskreis stark angestiegen. Hier wurde ein Zuwachs von fast 600 Fällen im Vergleich zu 2023 dokumentiert. Die Aufklärung solcher Sachbeschädigungen gestaltet sich oft schwierig und stellt die Behörden vor erhebliche Herausforderungen.
In einem übergeordneten Kontext zeigt die Kriminalstatistik in Deutschland seit 1980 einen Rückgang der Straftaten, trotz der Zunahme von Cyberkriminalität. Während 1993 mit 8.337 Anzeigen pro 100.000 Einwohner ein Höchststand erreicht wurde, sank die Häufigkeitszahl bis zum Jahr 2021 auf 6.070 Anzeigen, was einem Rückgang von 27 Prozent entspricht. Dennoch zeigen die aktuellen Zahlen, dass sich die Kriminalität durch die Digitalisierung und gesellschaftliche Veränderungen wandelt.
Die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen internationalen Strafverfolgungsbehörden wird immer deutlicher, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Weitere Informationen hierzu können im aktuellen Pressebericht der Polizei NRW nachgelesen werden.