AfD-Chefin Alice Weidel steht kurz davor, ein Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zu planen. Laut Sächsische.de wird dieses Treffen am 11. und 12. Februar 2025 in Budapest stattfinden. Orban selbst bestätigte in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“, dass Weidel ihn angerufen hat. „Danke für Ihre Einladung, Herr Ministerpräsident Viktor Orban. Ich freue mich darauf, Sie zu treffen“, äußerte Weidel auf der Plattform X.

Die AfD pflegt seit langem enge Kontakte zur rechtspopulistischen und EU-kritischen Politik Orbáns. Weidel hatte bereits im vergangenen Jahr ihre Bewunderung für Orban sowie den österreichischen FPÖ-Politiker Herbert Kickl zum Ausdruck gebracht. Orban schätzt, dass die AfD bei der kommenden Bundestagswahl bis zu 20 Prozent der Stimmen erhalten könnte. In diesem Zusammenhang gratulierte er der AfD und hob hervor, dass sie im Bundestag einer gemeinsamen Abstimmung mit der Union zur Mehrheit verholfen hat.

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Der Kontext der Zusammenarbeit

Die enge Beziehung zwischen Weidel und Orban kommt nicht von ungefähr. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung ist die Radikale Rechte in Europa auf dem Vormarsch. In mehreren EU-Ländern, darunter auch Ungarn, sind solche Parteien mittlerweile Teil der Regierung oder stellen diese sogar. Diese Entwicklung wird von einer zunehmenden Zustimmung zu radikal rechten Positionen begleitet, die oft aggressive Rhetorik gegen Einwanderung, Euroskeptizismus sowie eine kritische Haltung gegenüber Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen umfasst.

Orban steht seit längerem in der kritischen Betrachtung der Europäischen Union, insbesondere wegen Vorwürfen, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu verletzen. Obwohl die Fidesz-Partei 2021 die Europäische Volkspartei (EVP) verließ, bleibt der gemeinsame ideologische Kern der radikalen Rechten stark. Themen wie Nativismus, Nationalismus und eine ablehnende Haltung gegenüber der politischen Elite bilden die Grundlage für den Zusammenhalt dieser Parteien.

Weidel und Orban scheinen auf eine gemeinsame Wählerschaft abzuzielen, die zunehmend Unzufriedenheit mit der etablierten Politik hegt. „Guten Morgen, Deutschland! Willkommen im Club!“, richtete Orban eine Botschaft an die AfD auf der Plattform X, auf die Weidel mit einem freundlichen „Guten Morgen, Ungarn! Danke @PM_ViktorOrban – es ist schön, Teil des Clubs zu sein“ reagierte. Dies verdeutlicht nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch die strategischen Überlegungen beider Parteien in der Konfrontation mit der etablierten politischen Landschaft.

In diesem Kontext könnte das Treffen zwischen Weidel und Orban nicht nur als symbolischer Akt verstanden werden, sondern auch als Teil einer größeren Strategie, um die radikale Rechte in Europa zu konsolidieren und ihre Stimmenanteile weiter zu erhöhen. Der Einfluss dieser Parteien auf die Politik könnte in den kommenden Wahlzyklen erheblich wachsen.