In Deutschland und anderen europäischen Ländern wird derzeit das sogenannte Werwolf-Syndrom bei Hunden vermehrt beobachtet. Dieses Syndrom führt zu schweren neurologischen Symptomen, darunter Panikattacken, unkontrollierte Bewegungen sowie dauerhaftes Jaulen und Bellen. In fortgeschrittenen Fällen können auch epileptische Anfälle auftreten. Die Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat eine Studie zu diesen neurologischen Störungen initiiert, da die Erkrankungen seit Ende August 2023 zunehmend dokumentiert werden. Es gibt Berichte über vereinzelt eingeschläferte Tiere, was das Ausmaß des Problems verdeutlicht. Die genaue Ursache ist bisher unklar, jedoch wird eine Vergiftung durch unbekannte Toxine in bestimmten Rinder-Kauknochen als wahrscheinlich angesehen. Auch andere Produkte könnten betroffen sein, erläutert MDR.

In Reaktion auf die alarmierenden Berichte wurden bereits Rückrufe von Kauknochen in mehreren Ländern, darunter Finnland, die Niederlande und Dänemark, durchgeführt. So warnte die niederländische Lebensmittel- und Warenaufsichtsbehörde vor Kauknochen der Marke „Barkoo“, die über Online-Händler wie „Zooplus.de“ und „Bitiba.de“ erhältlich sind. Diese Rückrufe wurden notwendig, nachdem Verhaltensänderungen bei Hunden registriert wurden, die die betroffenen Produkte konsumiert hatten. Außerdem rief der Hersteller Chrisco in Dänemark Kauprodukte zurück, die in verschiedenen Geschäften verkauft wurden. Der Begriff „Werwolf-Syndrom“, der umgangssprachlich verwendet wird, beschreibt die auffälligen Verhaltensweisen, die an das Heulen von Wölfen erinnern, und ist kein tierärztlicher Fachbegriff, wie Abendzeitung feststellt.

Studien und Forschungsansätze

Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersucht derzeit die Verbindung zwischen den neurologischen Symptomen und möglichen Toxinen aus dem Futter. In den Labors laufen Analysen, um das verantwortliche Toxin zu identifizieren. Erste Hinweise deuten auf einen Produzenten in China hin, der Rinderhaut an verschiedene Hersteller beliefert. Während die Symptome in der Regel nicht tödlich verlaufen und nach einigen Tagen bis Wochen wieder abklingen, werden bei extrem betroffenen Tieren sedierende und angstlösende Medikamente verabreicht. Es bleibt jedoch entscheidend, andere Ursachen wie Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder Hirntumore durch neurologische Abklärungen auszuschließen, wie Nau berichtet.

Betroffene Hundehalter wird empfohlen, sich an der laufenden Datenerhebung zu beteiligen, um bessere Erkenntnisse über diese besorgniserregende Entwicklung zu gewinnen und letztlich die Gesundheit der Hunde zu schützen. Die Symptomatik zeigt sich in einer Vielzahl von Schweregraden, was die Forschung und die Maßnahmen zur Sicherstellung der Tiergesundheit umso notwendiger macht.